Großbritannien plant Drohnen-Gesetz – Organtranport per Fluggerät?

LONDON (dpa-AFX) – Die Benutzung von Drohnen soll in
Großbritannien nach zahlreichen gefährlichen Vorfällen per Gesetz
deutlich eingeschränkt werden. Wer eine über 250 Gramm schwere
Drohne künftig fliegen lassen möchte, muss sie registrieren lassen
und einen Test bestehen, wie britische Medien berichteten. Die
Geräte dürfen demnach auch nicht mehr in der Nähe von Flughäfen und
höher als etwa 120 Meter fliegen. Der Gesetzesentwurf werde im
Frühjahr vorgelegt, sagte eine Regierungssprecherin am Sonntag auf
Anfrage.

Drohnen werden längst nicht mehr nur privat genutzt. In
Großbritannien wird auch über den Einsatz der Fluggeräte etwa beim
Transport von Spenderorganen und Medikamenten, in gefährlichen
Situationen wie Überschwemmungen und zur Messung der
Luftverschmutzung nachgedacht. An diesem Montag soll in mehreren
britischen Städten eine Initiative gestartet werden, um Forschung
und Technologie in diesem Bereich voranzubringen.

Die britische Pilotenvereinigung Balpa (British Airline Pilots
Association) begrüßte das Gesetzesvorhaben, Risiken durch Drohnen zu
minimieren. Nach ihren Angaben hat es in diesem Jahr bereits 81
Zwischenfälle mit solchen Geräten gegeben – nach 71 im Jahr 2016 und
29 im Jahr 2015. Im vergangenen Juli war eine große Drohne knapp
über den Flügel eines Passagierjets geflogen, der im Anflug auf dem
Londoner Flughafen Gatwick war. 130 Menschen waren in Gefahr.

In Deutschland ist inzwischen eine Art Führerschein für
Fluggeräte ab zwei Kilogramm Pflicht. Drohnen dürfen unter anderem
in An- und Abflugbereichen von Flughäfen und über
Menschenansammlungen nicht fliegen. Die Fluggeräte dürfen maximal
100 Meter hoch aufsteigen./si/DP/he

AXC0032 2017-11-26/14:56

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