Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt lobt Parteifreund Palmer

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat die in ihrer Partei umstrittenen Thesen des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer zur Flüchtlings- und Migrationspolitik im Sinne einer breiteren Debatte begrüßt. „Ich finde Querköpfe immer gut, er ist da sehr erfolgreich und macht gerade auch im Hinblick auf die Flüchtlinge vor Ort einen sehr guten Job“, sagte Göring-Eckardt der „Welt“ (Montagsausgabe).

„Dass wir auch sehr unterschiedliche Auffassungen haben, ist hinlänglich bekannt.“ Die Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl widersprach Palmers Einschätzung in seinem neuen Buch, es gebe bei den Grünen einen „blockierten“ Diskurs bei diesem Thema: „Es gibt keine Partei, die so lange, so intensiv und so kontrovers über Flüchtlingspolitik gestritten hat wie wir.“ Palmer habe selbst auf Parteitagen Anträge gestellt, die heftig debattiert worden seien. „Wir debattieren, um Blockaden zu vermeiden.“

Göring-Eckardt wandte sich auch gegen Palmers Einschätzung, Afghanistan sei weniger gefährlich als Brasilien. „In Afghanistan ist die Bundeswehr im Einsatz“, sagte Göring-Eckardt. Es könne doch „wirklich niemand sagen, das sei ein sicheres Land“. Besonders gefährdet seien „Leute die nach Afghanistan zurückkehren. Denen wird unterstellt, dass sie für irgendjemand außerhalb tätig sind“.

Wer vom Krieg bedroht ist, verdiene Deutschlands Schutz.

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