„Ich bin euer Chef“: Bislang ist Frankreichs Präsident Macron politisch auf wenig Widerstand gestoßen. …

Bislang ist Frankreichs Präsident Macron politisch auf wenig Widerstand gestoßen. Doch nun legt er sich mit dem Militär an: Sein Generalstabchef und andere wehren sich gegen Einsparungen. Die Situation könnte eskalieren.

In Frankreich ist wie in jeder anderen Demokratie die Hackordnung zwischen Militär und Politik ganz klar: Die Regierung besitzt die oberste Führung der Streitkräfte. Doch in unserem Nachbarland hat Staatspräsident Emmanuel Macron gerade etwas Mühe damit, die theoretische Hierarchie auch in der Praxis durchzusetzen. Sein Generalstabschef Pierre de Villiers, seit drei Jahren oberster Militär, hat in einer Ausschusssitzung mit drastischen Worten gegen die Absicht der Regierung protestiert, in diesem Jahr 850 Millionen Euro im Verteidigungshaushalt einzusparen, der 32,7 Milliarden Euro umfasst. „Ich lasse mich nicht vom Finanzministerium f*cken“, wurde der General zitiert.

Einen Tag später bemühte Macron sich in einer Rede vor Militärs, die Kommandostruktur wieder ins Lot zu bringen: „Ich bin euer Chef“, sagte er etwas bemüht. Und dann in einer klaren Reaktion auf de Villiers: „Es ist unwürdig, bestimmte Debatten in der Öffentlichkeit auszutragen.“  Die Rangordnung sei völlig klar, die Politik habe das Sagen. Gleichzeitig ließ Macron seinen Premier verbreiten, natürlich könne de Villiers, den er im Amt bestätigt hatte, bleiben – wenn beide einer Meinung seien. Er selber aber warf de Villiers vor, er habe sich zum Instrument der industriellen Lobby machen lassen. Diese Aussage dürfte ihm noch leidtun, denn sie geht an das Ehrgefühl nicht nur de Villiers.

Am vergangenen Freitag fuhren die beiden in einem offenen Jeep während der Militärparade zum Nationalfeiertag am 14. Juli zusammen die Champs Elysées herunter, Macron winkend, de Villiers mit völlig versteinerter Miene. Am Sonntag legte der Präsident in einem Interview mit dem „Journal du Dimanche“ nach: „Wenn es einen Gegensatz zwischen dem Staatspräsidenten und dem Generalstabschef gibt, wechselt der Generalstabschef.“

Der aber ließ sich nicht einschüchtern sondern schrieb auf seiner Facebook-Seite eine eigenwillige Überlegung über Befehl und Gehorsam nieder: Blindes Vertrauen sei manchmal nur eine Form eigener Trägheit. „Niemand verdient uneingeschränktes …

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