Internationaler Tag zur Abschaffung der Sklaverei am 2.12. / Studie zeigt, die jüngsten Fischer in Ghana sind vier Jahre alt

Berlin (ots) – Der Internationale Tag zur Abschaffung der Sklaverei der Vereinten Nationen erinnert daran, dass Sklaverei kein Problem der Vergangenheit ist. Über 40 Millionen Menschen werden aktuell in Sklaverei festgehalten, schätzt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO). Jedes vierte Opfer ist minderjährig. Eine Studie der Menschenrechtsorganisation International Justice Mission (IJM) ergibt, dass allein in Ghana Zehntausende Kinder als Sklaven in der Fischerei arbeiten, die jüngsten Fischer sind vier Jahre alt.

Kinder müssen 18 Stunden am Tag arbeiten

Aus der 2017 veröffentlichten Studie „Child Trafficking into Forced Labor on Lake Volta, Ghana“ von IJM geht hervor, dass mehr als die Hälfte aller arbeitenden Kinder im Süden des Voltastausees Opfer von Menschenhandel wurden. 62 Prozent der gehandelten Kinder, hauptsächlich Jungen, waren unter zehn Jahre alt, rund ein Fünftel von ihnen gar sechs Jahre und jünger. Für häufig weniger als 10 Euro werden sie als billige Ware verkauft. „Die Menschenhändler auf dem Voltastausee zwingen sie erbarmungslos zu langer und harter körperlicher Arbeit auf den Fischereibooten, häufig bis zu 18 Stunden am Tag. Die Sklaverei raubt den Jungen jegliche Kindheit“, sagt Dietmar Roller, Vorstandsvorsitzender des deutschen Zweiges von IJM in Berlin.

Die schwere körperliche Arbeit und die Gefahren des Sees schädigen die Kinder langfristig: Aufgrund der erlebten Gewalt tragen die Jungen Traumata davon, ihre Knochen und Körper werden von der schweren Arbeit stark verschleißt. In Ghana arbeitet IJM mit den lokalen Behörden daran, betroffene Kinder aus Sklaverei zu befreien und durch die Betreuung in Nachsorgeeinrichtungen in der Genesung und Aufarbeitung des Erlebten zu begleiten. Um Sklaverei in Ghana nachhaltig zu bekämpfen, werden Polizeibeamte geschult und die Strafverfolgung der Täter angegangen.

Verstärkte Anstrengungen zur Beendigung von Sklaverei dringend notwendig

Die Situation in Ghana ist ein Beispiel für Sklaverei heute. Sklaverei zeigt sich in unterschiedlichen Formen in jedem Land der Welt, obwohl sie per Gesetz prinzipiell überall verboten ist. Im Rahmen der Nachhaltigen Entwicklungsagenda (SDGs) der Vereinten Nationen hat sich die internationale Gemeinschaft verpflichtet, Sklaverei bis 2030 und Kinderarbeit bis 2025 zu beenden.

Dietmar Roller appelliert: „Den heutigen Internationalen Tag zur Abschaffung der Sklaverei verstehe ich als dringenden Appell, den Kampf gegen Sklaverei mit höchster Priorität in der Menschenrechts- und Entwicklungszusammenarbeit, aber auch der wirtschaftlichen Zusammenarbeit anzugehen. Dazu braucht es nachhaltige Veränderungen in Rechtssystemen in den am stärksten betroffenen Ländern, Initiativen von Unternehmen, sklavenfreie Lieferketten sicherzustellen, und vor allem deutlich mehr Gelder für effektive Programme – insbesondere auch von deutscher Seite -, um Sklaverei wirksam zu beenden!“

IJM-Studie zu Ghana: http://ots.de/jdPRv

OTS: International Justice Mission e.V. newsroom: http://www.presseportal.de/nr/112164 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_112164.rss2

Pressekontakt: IJM Deutschland e. V., Judith Stein | Tel: 030 246369013 | Email: jstein@ijm-deutschland.de www.ijm-deutschland.de

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