IWF optimistisch für Griechenland-Lösung im Juni

WASHINGTON/ATHEN (dpa-AFX) – Der Internationale Währungsfonds
(IWF) ist optimistisch, dass im seit Monaten schwelenden Streit um
weitere Griechenland-Hilfen bald eine Lösung ansteht. „Alle sind
zuversichtlich, dass eine Lösung möglich ist und dass sie
hoffentlich beim nächsten Treffen der Eurogruppe in ein paar Wochen
erreicht sein wird“, sagte IWF-Sprecher Gerry Rice am Donnerstag in
Washington. Ähnlich hatten sich die Finanzminister der Eurogruppe
nach ihrer jüngsten Sitzung in der Nacht zum Dienstag geäußert.

Es gebe eine Reihe von Optionen, wie dies geschafft werden könne. „Wir prüfen alle“, sagte Rice. Er bekräftigte auch am Donnerstag die
seit langem vertretene IWF-Position, dass eine nachhaltige Lösung
für Griechenlands Schuldenproblem auf den Tisch müsse. „Wir brauchen
weitere Spezifizierungen.“

Den Schuldenabbau über einen hohen Primärüberschuss – ein
Haushaltsplus ohne die auf laufende Kredite entfallenden Zinsen und
Tilgungen – von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung zu betreiben,
sei der griechischen Bevölkerung langfristig nicht zumutbar. „Es
würde ein zu hohes Maß an Austerität (Sparpolitik) für das
griechische Volk bedeuten.“

Rice widersprach Medienberichten nicht, wonach es ein Lösungsweg
sein könnte, dass sich der IWF zunächst nicht finanziell an dem
Rettungspaket beteiligt und damit bis nach der Bundestagswahl in
Deutschland am 24. September wartet. Der Bundestag hatte
beschlossen, dass Deutschland sich nur dann an weiteren
Griechenland-Hilfen beteiligen kann, wenn auch der IWF im Boot ist.

Das hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in eine
Zwickmühle manövriert. Er hat bei der Frage der Nachhaltigkeit der
griechischen Schulden eine deutlich andere Position als der IWF.
Andererseits ist Schäuble auf den Fonds angewiesen, weil er an den
Bundestagsbeschluss gebunden ist./dm/DP/jha

AXC0088 2017-05-25/16:46

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