Kirchentag: Merkel und Obama diskutieren in Berlin über Demokratie

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der ehemalige US-Präsident Barack Obama haben am Donnerstag im Rahmen des Evangelischen Kirchentags in Berlin vor dem Brandenburger Tor über das Thema „Engagiert Demokratie gestalten“ diskutiert. Zehntausende Menschen verfolgten die Diskussion vor Ort.

Unter anderem ging es in der Diskussion auch um den Umgang mit Flüchtlingen. Die Flüchtlingskrise habe gezeigt, dass man die Weltordnung ändern müsse, sagte Obama. Die Bundeskanzlerin rechtfertigte sich für Abschiebungen nach Afghanistan. Die Hilfe müsse sich auf die konzentrieren, die wirklich Hilfe benötigten: „Davon gibt es weltweit genug“, so Merkel.

„Wir haben Hunderttausende aufgenommen, nur wenige tausend wurden abgeschoben.“ Obama unterstütze Merkel: Als Staats- oder Regierungschef habe man die Verantwortung für die eigene Bevölkerung. Als Lösung müsse man den Menschen bessere Entwicklungschancen in ihren Heimatländern geben. Zum Unterschied zwischen Politik und Glauben sagte Obama, dass man in einer Demokratie keine so kompromisslosen Meinungen vertreten könne wie im Glauben.

Die Kanzlerin wird im Anschluss an die Veranstaltung zum Nato-Gipfel nach Brüssel reisen. Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag war am Mittwochabend mit drei Gottesdiensten eröffnet worden und findet noch bis zum Sonntag in Berlin und Wittenberg statt. Etwa 70.000 Besucher nahmen an den Eröffnungsfeierlichkeiten teil. Beim Schlussgottesdienst in Wittenberg werden bis zu 200.000 Teilnehmer erwartet.

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