MÄRKTE USA/Wall Street auf Rekordkurs – Öl fällt massiv

NEW YORK (Dow Jones)–Die US-Börsen haben ihren guten Lauf auch am Donnerstag fortgesetzt und neue Rekordstände erklommen. Das Protokoll der Notenbanksitzung vom Vortag wirke nach, hieß es. Es erschien den Teilnehmern taubenhafter als erwartet. Der Markt erwies sich als sehr robust, denn ein Absturz des Ölpreises lastete kaum auf dem Gesamtmarkt. Energiewerte wurden aber abverkauft. Dagegen waren Titel aus den Sektoren Einzelhandel und Software gesucht.

Sowohl der S&P-500 wie der Nasdaq-Composite stiegen auf nie gesehene Höhen. Sie gewannen 0,4 bzw 0,7 Prozent. Der Dow-Jones-Index kletterte um 0,3 Prozent auf 21.083 Punkte. Der Umsatz stieg auf 815 (Mittwoch: 797) Millionen Aktien. Den 1.569 (1.681) Kursgewinnern standen an der NYSE 1.423 (1.280) -verlierer gegenüber, während 123 (144) Titel unverändert schlossen.

Die Wall Street legte damit bereits den sechsten Tag in Folge zu. Zwar waren die jeweiligen Tagesgewinne meist nur kleine Schritte, doch sie erfolgten ohne Verschnaufpause. So hat der Dow-Jones-Index seit dem Tief am Donnerstag vergangene Woche bereits 2,6 Prozent gutgemacht, ähnlich die anderen US-Indizes.

Neben dem Fed-Protokoll stützten weiter die guten Geschäftszahlen der Unternehmen im ersten Quartal. Deren Ergebniswachstum von 15 Prozent sei ohne jeden fiskalischen Stimulus erfolgt, betonte Portfoliomanager Steve Chiavarone von Federated Global Allocation Fund: „Die Anleger können es sich leisten geduldig zu bleiben, selbst wenn Steuersenkungen und Deregulierungen verschoben werden.“

An Konjunkturdaten wurden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht, die weniger stark als erwartet zulegten.

Ölpreis sackt ab - Opec enttäuscht 

Ein Hauptthema in der insgesamt eher dürftigen Nachrichtenlage war der Absturz des Ölpreises. Marktteilnehmer hatten sich von einem Treffen der Opec-Länder mit Ölländern außerhalb des Kartells mehr erhofft. Wie erwartet wurden die bestehenden Förderkürzungen um neun Monate verlängert. Doch an den Märkten war man sich weitgehend einig, dass die Beschlüsse nicht ausreichen, um den Preis oben zu halten. Ende vergangenes Jahr waren bereits entsprechende Beschlüsse gefasst worden, ohne dass sich an den hohen Lagerbeständen etwas geändert hatte.

„Das ist wirklich ein Schlag ins Wasser“, sagte Ric Navy, Vizepräsident für Energie-Futures beim Broker R.J. O’Brien & Associates LLC: „Die Märkte sagen deutlich, dass mehr getan werden muss.“ Was beschlossen worden sei, sei mit dem jüngsten Anstieg längste eingepreist worden, sagte Investmentstratege Maxwell Gold von ETF Securities.

Der Preis für Brentöl fiel um 5 Prozent auf 51,22 Dollar je Barrel, der Preis für WTI um 5,4 Prozent auf 48,60 Dollar – und dies, obwohl die Preise am Morgen gegenüber dem Vortag noch im Plus notierten.

Am Aktienmarkt rangierten Energiewerte ganz unten, der Sektor fiel um 1,8 Prozent. Bei den Einzelwerten verloren Marathon Oil, Transocean und Diamond Offshore Drilling zwischen 7,1 und 7,6 Prozent.

Recht ruhig ging es an an den Gold- und Anleihemärkten zu. Der Goldpreis gab leicht ab, nachdem er am Vorabend positiv auf das Fed-Protokoll reagiert hatte. Der Preis notierte bei 1.256 Dollar je Feinunze. Auch am Anleihemarkt bewegte sich wenig. Die Rendite zehnjähriger Treasurys verharrte bei 2,25 Prozent.

Der Dollar absolvierte zum Euro eine kleine Achterbahnfahrt und stand am Ende etwa dort, wo er am späten Mittwoch notiert hatte, als er mit der Veröffentlichung des Fed-Protokolls gefallen war. Der Euro stand schließlich bei 1,1207 Dollar, nachdem er im Tageshoch bis auf 1,1251 Dollar geklettert war. Mehr Bewegung gab es in den sogenannten Rohstoffwährungen wie dem Kanadischen oder dem Australischen Dollar, die mit dem sinkenden Ölpreis gegen den US-Dollar zurückfielen.

Optimistischer Ausblick lässt Best Buy haussieren 

Unter den Einzelwerten an der Börse kletterten die Aktien von Best Buy um 21,5 Prozent. Der Elektronikhändler hat in seinem ersten Geschäftsquartal gegen den Trend im US-Einzelhandel mehr umgesetzt und verdient als erwartet und zeigt sich daher auch für das restliche Geschäftsjahr optimistischer.

Die Sears-Aktie verzeichnete einen Anstieg von 13,5 Prozent. Die Kaufhauskette ist zwar im ersten Geschäftsquartal tiefer in die Verlustzone gerutscht, aber nicht so tief wie befürchtet. Auf GAAP-Basis erzielte das Unternehmen sogar erstmals seit sechs Quartalen wieder einen Gewinn. Dieser war hauptsächlich dem Verkauf der Marke Craftsman an Stanley Black & Decker zu verdanken.

Auch die Aktie der Billigkette Dollar Tree handelte nach Berichtszahlen höher, und zwar um 0,9 Prozent. Medtronic legten 1,3 Prozent zu, nachdem der Medizingeräte-Hersteller mit seinem Geschäftsausweis überzeugt hat.

Es gab aber auch enttäuschende Zahlenausweise, so vom Einzelhändler Signet Jewelers und vom Nahrungsmittelhersteller Hormel Foods, deren Aktien um 7,8 bzw 6,4 Prozent fielen. Für HP Inc ging es nach Gewinnen im Frühgeschäft schließlich um 3,4 Prozent nach unten. Der PC-und Drucker-Hersteller hat mit seinen Geschäftszahlen zwar die Erwartungen übertroffen, musste aber beim Gewinn einen deutlichen Rückgang verkraften.

Abwärts ging es mit General Motors. Der Autokonzern muss sich wegen der möglichen Manipulation von Abgaswerten verantworten. Eigentümer von Pickup-Trucks mit Dieselmotor werfen dem Konzern vor, mit Hilfe illegaler Software Abgastests der Behörden getäuscht zu haben. Die Aktie verlor 1,8 Prozent.

=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD DJIA 21.082,95 0,34 70,53 6,68 S&P-500 2.415,07 0,44 10,68 7,87 Nasdaq-Comp. 6.205,26 0,69 42,23 15,27 Nasdaq-100 5.778,37 0,84 48,07 18,81 US-Anleihen Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD 2 Jahre 1,29 0,4 1,28 8,3 5 Jahre 1,79 0,1 1,79 -13,7 7 Jahre 2,06 0,6 2,05 -18,7 10 Jahre 2,26 0,4 2,25 -18,9 30 Jahre 2,92 -0,5 2,92 -14,8 DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:39 Mi, 17:15 % YTD EUR/USD 1,1210 -0,23% 1,1235 1,1182 +6,6% EUR/JPY 125,33 -0,13% 125,49 125,23 +1,9% EUR/CHF 1,0908 -0,14% 1,0924 1,0917 +1,8% EUR/GBP 0,8662 +0,13% 0,8651 1,1576 +1,6% USD/JPY 111,81 +0,08% 111,71 111,99 -4,4% GBP/USD 1,2942 -0,34% 1,2986 1,2945 +4,9% ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 48,66 51,36 -5,3% -2,70 -14,3% Brent/ICE 51,21 53,96 -5,1% -2,75 -12,6% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.256,25 1.258,20 -0,2% -1,95 +9,1% Silber (Spot) 17,16 17,23 -0,4% -0,07 +7,7% Platin (Spot) 949,00 949,50 -0,1% -0,50 +5,0% Kupfer-Future 2,60 2,58 +0,5% +0,01 +3,1% === 

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May 25, 2017 16:12 ET (20:12 GMT)

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