MÄRKTE USA/Wall Street weiter im Niemandsland gesehen

NEW YORK (Dow Jones)–Die Wall Street bewegt sich seit Wochenbeginn im Niemandsland. Das Vortagesgeschäft war geprägt von Gewinnmitnahmen nach neuen Rekordhochs. Doch sowohl die Aufschläge auf neue Rekordhöhen als auch die anschließenden Gewinneinstreichungen fielen in homöopathischen Dosen aus. Letztlich passierte nicht viel. Dieses Szenario könnte sich am Dienstag zunächst wiederholen. Zwar deutet der Aktienterminmarkt auf eine gut behauptete Handelseröffnung hin, doch echte Kauflaune können Händler so kurz vor der beginnenden Drittquartalssaison nicht ausmachen. In den nächsten Tagen stehen die Geschäftsberichte von Blackrock, Delta Air Lines, JP Morgan, Citigroup, Bank of America und Wells Fargo an.

Für die Analysten sind die Konsensschätzungen zu niedrig. „Eine Kombination aus konservativen Unternehmensprognosen und einem überzeugenden ersten Halbjahr verbunden mit anhaltendem Wirtschaftswachstum und steigenden Margen sollten den Weg für positive Überraschungen bereiten“, heißt es bei den Experten.

Doch zur gebremsten Kauflaune trägt auch die Verunsicherung wegen der Spanienkrise bei. Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont wird am Abend in einer Rede vor dem katalanischen Regionalparlament Farbe bekennen in Sachen Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien. Auch die leidige Zinsdebatte nimmt vor Veröffentlichung des US-Notenbankprotokolls am Mittwoch Fahrt auf. Mit Neel Kashkari aus Minneapolis wird sich ein Fed-Vertreter im frühen Geschäft zu Wort melden. Später wird sich dann noch sein Kollege Rob Kaplan aus Dallas äußern.

Euro Spielball der Spanienkrise 

Am Devisenmarkt steigt der Euro auf 1,1794 Dollar nach Wechselkursen um 1,1740 am Vorabend. Auch hier steht die Rede von Puigdemont im Blick. Sollte der katalanische Regierungschef wider Erwarten am Abend eine Erklärung zur vollständigen Unabhängigkeit der Region von der Zentralregierung in Madrid abgeben, dürfte dies die Einheitswährung nach Einschätzung aus dem Handel unter Abgabedruck setzen. Daneben könnten die Äußerungen der Fed-Vertreter die Zinsdebatte in den USA befeuern und den Dollar in die eine oder andere Richtung bewegen.

Der Goldpreis bleibt seit vergangenem Freitag auf dem Vormarsch und legt um weitere 0,7 Prozent auf 1.292 Dollar zu. Das Edelmetall profitiert von seinem Ruf als sicherer Anlegerhafen in unsicheren Zeiten. Unsicher ist die Zukunft des spanischen Königreichs ganz sicher. Nach der Vortagespause werden US-Renten nun wieder gehandelt. Auch hier beobachten Händler steigendes Interesse mit der näher rückenden Entscheidung in Katalonien am Abend. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen verliert gegenüber Freitag einen Basispunkt auf 2,35 Prozent.

Einen ordentlichen Satz machen die Erdölpreise: US-Leichtöl der Sorte WTI verteuert sich um 1,2 Prozent auf 50,18 Dollar je Fass, europäisches Referenzöl der Sorte Brent um 1,1 Prozent auf 56,37 Dollar. Hinter dem Preissprung steht Saudi-Arabien. Das ölreiche Königreich hat Pläne zur Senkung der monatlichen Erdölexporte für November angekündigt. Die Rohölverschiffung soll demnach um 7 Prozent auf Jahressicht reduziert werden. Die Maßnahme ist Teil der Bemühungen des Erdölkartells Opec im Verbund mit anderen Staaten, die globale Ölschwemme anzugehen und die Preise zu treiben. Zudem sorgt Wirbelsturm „Nate“ für Fördereinstellungen im Golf von Mexiko. Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo fordert derweil von den US-Schieferölproduzenten, ihren Teil zur Stützung der Erdölpreise beizutragen.

Disney im "Star Wars"-Fieber 

Die Weltraumsaga „Star Wars“ geht in eine neue Runde. Walt Disney hat den Trailer für den Kinofilm „Star Wars: The Last Jedi“ präsentiert, der am 15. Dezember in die Kinos kommen wird. Fans hoffen auf neue Abenteuer in einer weit entfernten Galaxie und Anleger auf klingelnde Kinokassen. Vorbörslich klettert der Kurs um 0,6 Prozent.

Der Pharmakonzern Pfizer stellt seine Gesundheitssparte auf den Prüfstand. Zu den Möglichkeiten gehörten ein Gesamt- oder Teilverkauf sowie eine Abspaltung des Bereichs, der sich auf verschreibungsfreie Gesundheitsprodukte spezialisiert hat, wie Pfizer ankündigte. Die Titel ziehen um 1,0 Prozent an.

American International Group rechnet wegen der jüngsten Wirbelstürme für das dritte Quartal mit Milliardenkosten. In der Periode dürften Kosten vor Steuern von 2,9 bis 3,1 Milliarden US-Dollar aus der Rückversicherung auf den Konzern zukommen. Der Versicherer will am 2. November die Ergebnisse für das dritte Quartal präsentieren. Der Kurs gibt um 1,1 Prozent nach.

American Airlines liefert einen Ausblick auf das dritte Quartal über Markterwartung, auch United Continental überrascht mit ihrer Indikation positiv. Die Papiere der beiden Fluggesellschaften steigen um 2,8 bzw. 3,4 Prozent. Das Konglomerat Honeywell will seine Konzernstruktur verschlanken und lagert dazu einige Geschäftsbereiche aus. Sowohl das Haustechnik- als auch das Transportsysteme-Geschäft sollen bis Ende nächsten Jahres in zwei eigenständige börsennotierte Gesellschaften ausgegliedert werden. Die Aktien verteuern sich um 0,8 Prozent.

=== US-Anleihen Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD 2 Jahre 1,50 0,0 1,50 30,2 5 Jahre 1,95 -0,2 1,96 3,0 7 Jahre 2,19 -0,1 2,19 -6,2 10 Jahre 2,35 -0,5 2,36 -9,0 30 Jahre 2,89 -0,7 2,90 -17,5 DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8.26 Uhr Mo, 17.19 Uhr % YTD EUR/USD 1,1788 +0,05% 1,1782 1,1741 +12,1% EUR/JPY 132,55 -0,11% 132,70 132,23 +7,8% EUR/CHF 1,1517 -0,05% 1,1524 1,1495 +7,5% EUR/GBP 0,8944 -0,03% 0,8947 1,1182 +4,9% USD/JPY 112,42 -0,18% 112,62 112,63 -3,8% GBP/USD 1,3183 +0,09% 1,3171 1,3130 +6,9% ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 50,17 49,58 +1,2% 0,59 -12,1% Brent/ICE 56,38 55,79 +1,1% 0,59 -3,9% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.289,40 1.283,23 +0,5% +6,17 +12,0% Silber (Spot) 17,17 16,97 +1,2% +0,20 +7,8% Platin (Spot) 927,05 917,50 +1,0% +9,55 +2,6% Kupfer-Future 3,04 3,03 +0,3% +0,01 +20,4% === 

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October 10, 2017 09:02 ET (13:02 GMT)

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