Mathias Gantenbein, CEO Flughafen Bern, im Interview

Moneycab.com: Herr Gantenbein, 2008 haben Sie an der Universität Bern Ihre Doktorarbeit über die volkswirtschaftliche Bedeutung des Flughafens Bern geschrieben. Hätten Sie sich damals gedacht, eines Tages den Flughafen selber zu leiten?

Mathias Gantenbein: Geträumt ja, gedacht nein. Der Flughafen Bern hat mich nicht nur während des Studiums, sondern bereits vorher stark interessiert. Ich durfte in verschiedenen Betrieben tätig sein, welche stets einen Bezug zur Aviatik oder gar dem Flughafen Bern selber hatten. Natürlich habe ich während des Studiums mit einer leitenden Position am Flughafen Bern geliebäugelt, dass ich dann aber bereits nach relativ kurzer Zeit die Chance habe, hier als CEO tätig zu sein, ist schon eine tolle Herausforderung.

Nach gut eineinhalb Jahren im Amt – wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?

Ich sehe auf bewegte eineinhalb Jahre zurück, mit Änderungen im Flugangebot und Fortschritten bei wichtigen Infrastrukturprojekten, wie dem geplanten satellitengestützten Anflug aus südlicher Richtung oder der 4. Ausbauetappe. Zudem haben wir die Pistensanierung erfolgreich in Angriff genommen, eine erste Etappe zur Erneuerung der Pistenrandbefeuerung erfolgte im 2016. In einem zweiten Schritt geht es nun um die eigentliche Sanierung des Belags. Alles in allem ziehe ich eine positive Zwischenbilanz, bin mir aber bewusst, dass weiterhin grosse Herausforderungen anstehen, die es zu meistern gilt.

Wie steht es heute mit der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Flughafens?

Der Flughafen Bern gehört seit über 80 Jahren zum wirtschaftlichen Grundangebot des Kantons Bern und des Schweizer Mittellandes. Die Wertschöpfung, welche der Regionalflughafen generiert, beträgt rund 174 Mio. Franken im Jahr. Mit allen Partnerbetrieben werden über 1000 Vollzeitstellen geschaffen, zudem dient der Flughafen als Standortfaktor für die Region.

Im vergangenen Jahr verzeichnete der Flughafen Bern etwas weniger Passagiere und auch die Zahl der Flugbewegungen ging um 1000 auf rund 50’000 zurück. Wie stark beunruhigt Sie dieser Rückgang?

Als Unternehmen leben wir zum grossen Teil von den Passagieren und Flugbewegungen. Es ist in unserem eigenen Interesse, dass die Flüge ab Bern gut ausgelastet sind und wir versuchen zusammen mit unseren Partnern die Reisefreudigen der Region für das Fliegen ab Bern zu gewinnen. So haben wir bereits im letzten Jahr vermehrte Verkaufsaktivitäten unternommen und neue Märkte bearbeitet. Gerade die Westschweiz steht vermehrt im Fokus. Der Rückgang der Passagierzahlen im letzten Jahr hat mit einer leichten Reduktion der Frequenzen zu tun. Nun kommt vermehrt grösseres Fluggerät zum Einsatz. Die Vorzeichen für eine erfolgreiche Sommersaison stehen gut.

„Die Wertschöpfung, welche der Regionalflughafen Bern generiert, beträgt rund 174 Mio. Franken im Jahr.“
Mathias Gantenbein, CEO Flughafen Bern 

Wie war die Entwicklung im Bereich der Business-Flüge?

Die Entwicklung im Bereich der Business Aviation war im letzten Jahr mit einem zweistelligen Wachstum sehr erfreulich. Es gab vereinzelt sehr starke Monate. Für das laufende Jahr ist die Zwischenbilanz etwas durchzogen, das zweite Quartal ist eher schwach gestartet – doch bei diesem volatilen …

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