Merkel emanzipiert sich von den USA: Es ist keine Abkehr der Kanzlerin von den USA. Dafür ist ihr die …

Es ist keine Abkehr der Kanzlerin von den USA. Dafür ist ihr die Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten viel zu wichtig. Aber sie löst sich von dem neuen Präsidenten – und will Europa stärken. Ein schwerer Gang.

Von diesem Traum erzählt Angela Merkel immer wieder: Im Rentneralter wollte sie unbedingt zu allererst nach Amerika. Da war die Physikerin noch jung, eine recht brave DDR-Bürgerin und hinter einer Mauer eingesperrt. Die Vereinigten Staaten waren für sie der Inbegriff von Freiheit. Für Meinung, Religion, Presse, Reisen, einfach alles. Ihr Traum wurde viel früher wahr. Die Mauer fiel, die Naturwissenschaftlerin kämpfte sich in der Politik nach ganz oben. In Deutschland, Europa, in der Welt. Washington als wichtigster Partner an der Seite. Doch jetzt geht Merkel einen neuen Weg.

„Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei, das habe ich in den letzten Tagen erlebt.“ Merkel hat das am Sonntag in einem Bierzelt in München gesagt, wenige Stunden nach Ende des für den Zusammenhalt der westlichen Industrienationen desaströsen G7-Gipfels auf Sizilien. Ernüchtert, desillusioniert, verstimmt. Nicht über den großen Freund und Partner USA im Ganzen, sondern über seinen neuen Präsidenten Donald Trump. Und auch ein wenig über Großbritannien, das der Europäischen Union den Rücken kehrt – und in ihrer Mitte doch so sehr gebraucht würde.

Merkel weiß um die vielen Stimmen in den USA, die sie nach der Wahl von Trump im vorigen Herbst als letzte Retterin der liberalen westlichen Werte auserkoren hatten. „Völlig absurd“ nannte Merkel das damals. Aber inzwischen arbeitet sie an diesem Ruf – ob gezielt oder automatisch. Vertrauen, Berechenbarkeit – das ist der Kitt, der Partner zusammenhält, auch wenn es mal kracht und scheppert. Aber wenn für Merkel auch nur „ein Stück vorbei“ ist, wird es ernst.

Sie hat die USA trotz mancher Hindernisse wie in der Finanzkrise mit US-Präsident George W. Bush oder …

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