Merkel wirbt für Regulierung und Bankenaufsicht in Frankfurt

BERLIN (Dow Jones)–Kanzlerin Angela Merkel hat erneut die Dringlichkeit betont, einem ausufernden Bankenwesen energisch entgegen zu treten. „Regulierung ist absolut notwendig“, sagte die CDU-Vorsitzende am Mittwoch bei einer Tagung der Volks- und Raiffeisenbanken in Berlin. Gleichzeitig warb Merkel im Zusammenhang mit dem Brexit für einen Umzug der bislang in London ansässigen Europäischen Bankenaufsichtsbehörde nach Frankfurt. Die Bankenaufsicht sei eine Einrichtung, „für die wir uns sehr prädestiniert fühlen“, sagte Merkel und nannte explizit Frankfurt am Main als Standort.

Gleichzeitig plädierte Merkel dafür, Regulierungsmaßnahmen international abzustimmen. Dabei müsse es nicht nur darum gehen, die Banken, sondern auch die Schattenbanken zu regulieren. Letzteres sei besonders schwer, weil man auf immer neue Produkte reagieren müsse, machte Merkel deutlich. Das Thema Regulierung werde natürlich auch ein Schwerpunkt auf dem G20-Gipel Anfang Juli unter deutscher Präsidentschaft in Hamburg sein.

Merkel ging einmal mehr auf den Brexit ein und erklärte, dass Großbritannien auch nach dem EU-Austritt ein Partner der EU bleiben werde. Gleichzeitig sprach sie sich dagegen aus, dass sich Großbritannien die Rosinen aus dem Kuchen picke. So müssten die Grundfreiheiten allesamt beibehalten werden. „Da einen klugen politischen Weg zu finden, das wird die große Aufgabe sein“, sagte die Kanzlerin. Bisher stehe man noch ganz am Anfang.

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DJG/stl/mgo

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May 31, 2017 11:19 ET (15:19 GMT)

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