Neue Westfälische (Bielefeld): FDP-Landesparteitag in Neuss Lindners Heldensage Florian Pfitzner, Düsseldorf

Bielefeld (ots) – Eines muss man ihr lassen, vermarkten kann sich die FDP. Das fängt bei den Tassen auf den Parteitagstischen an („Wahlkampfjahr 2017 – Ich war dabei.“) und endet bei der großen Erzählung von Rückgrat und Geradlinigkeit. Beides habe man schon vor den Neuwahlen in Nordrhein-Westfalen 2012 gezeigt, als die FDP den Haushalt der rot-grünen Landesregierung abgelehnt hatte; beides liege nun dem Abbruch der Sondierungsgespräche mit Union und Grünen zugrunde. Zweifellos hat Christian Lindner geliefert, nachdem er beim Gütersloher Parteitag vor fünfeinhalb Jahren den damaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr als Chef der NRW-FDP ablöste. Er schaffte die Trendwende, setzte im Landtag rhetorische Maßstäbe und hievte die Liberalen von der Plattform in Düsseldorf aus in den Bundestag – das verdient Respekt. Mit seiner Heldensage des Wiederaufstiegs allerdings überzieht der FDP-Chef. Was die Neuwahl in NRW angeht, gibt es abgestuftere Meinungen, genauso angesichts der eigenen Verantwortung in der Partei. So ausgeprägt die Nervenstärke jedes einzelnen FDP-Mitglieds, so groß sei einst sein Mut gewesen, ans Steuer zu gehen, heißt es im Selbstzeugnis des umjubelten Parteichefs, der die FDP inzwischen so straff führt, dass man sich fragt, wie es um die Konfliktkultur der Liberalen steht. In der FDP trifft man wenige, die den Mut zu konstruktiver Kritik aufbringen. Gerhart Baum gehört zu ihnen, außerdem Gerhard Papke. Er liegt völlig richtig: So tollkühn und karrieregefährdend war die Übernahme der Parteiführung für Lindner dann auch nicht.

OTS: Neue Westfälische (Bielefeld) newsroom: http://www.presseportal.de/nr/65487 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_65487.rss2

Pressekontakt: Neue Westfälische News Desk Telefon: 0521 555 271 nachrichten@neue-westfaelische.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.