Neue Westfälische (Bielefeld): Stühlerücken bei der SPD Partei in Bewegung Jörg Rinne

Bielefeld (ots) – Martin Schulz wirkte betroffen, als er den Rücktritt seines schwer erkrankten Freundes Erwin Sellering als Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern kommentieren musste. Nur wenige Stunden später präsentierte der SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat seine personellen Konsequenzen aus diesem Schicksalsschlag. Sellerings Rückzug aus Schwerin bietet der Parteiführung im Berliner Willy-Brandt-Haus plötzlich ungeahnte Handlungsmöglichkeiten. Die hat Schulz nun schnell und konsequent genutzt. Manuela Schwesig, die bislang das Familienministerium pragmatisch und bürgernah gemanagt hat, kann den nächsten Schritt auf der Karriereleiter vollziehen. Die 43-Jährige gilt bei vielen Sozialdemokraten als Hoffnung auf die Zukunft und kann nun – abseits vom Berliner Politikspektakel – in Mecklenburg-Vorpommern ihre Fähigkeit als Landesmutter und Führungskraft unter Beweis stellen. Schwesig, die stets für gute Bilder sorgt, wird immer wieder nachgesagt, sie strebe nach höheren Ämtern. Sie wird schon lange als designierte Nachfolgerin ihres Förderers Sellering gehandelt. Mit Katarina Barley kann Schulz sich elegant seiner in den letzten Wochen hart kritisierten Generalsekretärin entledigen. Der Makel der jüngsten Wahlniederlagen in Schleswig-Holstein und NRW haften auch an der bisherigen SPD-Generalin. Immer wieder wurden in den letzten Wochen parteiintern Zweifel an ihrem Wahlkampfmanagement für den Kanzlerkandidaten Schulz laut. Barley, Protegé der rheinland-pfälzischen Regierungschefin Malu Dreyer, sei mit ihrem Mainzer Politikverständnis in der Hauptstadt gescheitert, so das Urteil. Im Familienministerium dürfte sie mit ihrer offenen, kontaktfreudigen Art mit mehr Entgegenkommen rechnen. Größte Überraschung in der SPD-Rochade ist die Rückkehr von Hubertus Heil auf den Posten des Generalsekretärs. Mit ihm hat Martin Schulz eine Schlüsselposition in seinem Wahlkampfteam besetzt. Sein Erfolg bei der Bundestagswahl wird eng an dieser Personalentscheidung gemessen. Heil gilt als kühler Kopf, der die Fäden in der Hand behalten kann. Er ist aber auch belastet durch die krachende Wahlniederlage Frank-Walter Steinmeiers 2009, die er mit zu verantworten hatte. Die SPD um Martin Schulz braucht Bewegung. Nach dem Personal müssen jetzt die Inhalte folgen.

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