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Osnabrück (ots) – Nina Petri: Meine Töchter zwingen mich zum Reisen

Schauspielerin folgte ihnen schon nach China, Ruanda, Russland und Schottland – Scharfe Kritik an Sendern: „TV-Filme werden nach Facebook-Likes besetzt“

Osnabrück. Schauspielerin Nina Petri hat nach überwundenem Trennungsschmerz die positiven Seiten am Auszug ihrer heute 22-jährigen Zwillingstöchter entdeckt: „Seit zwei Jahren finde ich es sogar richtig genial, denn ich besuche jetzt meine Kinder da, wo sie sind,“ sagte die 53-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Eine meiner Töchter hatte einen Freund in Ruanda, also war ich auch mal in Ruanda. Ich war in China, über Weihnachten und Silvester war ich in Russland, natürlich schon ein paar Mal in Freiburg, und bald fahre ich wieder nach Schottland. Wie toll ist das denn? Meine Töchter zwingen mich dazu, durch die Welt zu reisen.“

Petri hatte die beiden Mädchen seit ihrem dritten Lebensjahr als Alleinerziehende großgezogen, nachdem ihre Ehe mit einem brasilianischen Menschenrechtler gescheitert war. Inzwischen studiert eine von ihnen in Schottland Psychologie und die andere in Freiburg und Twer Russisch und Chinesisch. Schauspielerei sei für ihre Töchter kein Thema gewesen, sagte Petri: „Die beiden haben natürlich mitgekriegt, dass der Beruf nicht nur Sonnenseiten hat. Sie fanden es auch gar nicht so prickelnd, eine prominente Mutter zu haben. Da kamen eher Sprüche wie: Mama, wieso sprechen die dich schon wieder an? Können wir jetzt mal weitergehen?“

Mangels attraktiver Rollenangebote hat sich die 53-Jährige seit Jahren mehr auf Hörbücher, Lesungen und das Theater verlegt: „Vom Drehen könnte ich schon lange nicht mehr leben, und die Kinder hätte ich davon seit mindestens zehn Jahren nicht mehr durchfüttern können. Eine Zeit lang hatte ich den Eindruck, dass man mich immer fragt, wenn es um No- oder Low-Budget-Filme geht. Aber wenn Geld da ist, nimmt man die anderen.“

Kritik übte sie in diesem Zusammenhang an den TV-Sendern: „Bei den Sendeanstalten sitzen jede Menge Redakteure, die jeden Monat ihr festes Gehalt haben und darüber bestimmen, ob ich einen Job kriege oder nicht. Sie und nicht mehr die Regisseure besetzen die Filme, und wie tun sie es? Sie achten auf die Einschaltquoten und gucken bei Facebook, wie viele Likes jemand hat. Es gibt kaum noch Leute bei den Sendern, die einen Stoff wirklich mit Leidenschaft behandeln. Deswegen sehen wir ja auch immer dieselben Gesichter im Fernsehen.“

Beim Einlesen eines Hörbuchs hingegen blüht Petri auf: „Das Tolle ist, dass ich alle Rollen einnehmen kann – ich darf ja alles sein: Kind, Mann, Frau, die Leidenden, die Witzigen, die Fiesen. Nebenher entwerfe ich auch noch das ganze Szenario, und das alles nur mit meiner Stimme. Das macht einen Höllenspaß. Es ist, als würde ich einen Film drehen und alle Rollen spielen. Ich bin Regisseurin, Schauspielerin, Bühnenbild, einfach alles.“

Am Freitag (2. Juni, 20.15 Uhr) ist Petri in der ARD-Komödie „Eltern und andere Wahrheiten“ in der Rolle einer kinderfeindlichen Top-Architektin zu sehen.

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