NRZ: Afrika helfen? Nur mit fairem Handel – von MANFRED LACHNIET

Essen (ots) – Wer sich fragt, warum so viele Afrikaner den gefährlichen Weg nach Europa wagen, der muss sich nur umsehen: 1,3 Milliarden Menschen leben dort, überwiegend jung. Viele sind verzweifelt, leben ohne Perspektive unter teils furchtbaren Umständen. Dass es so ist, hat vor allem mit uns zu tun. Da ist einmal das Erbe der brutalen Kolonialisierung, das immer noch spürbar ist. Dazu strecken moderne westliche Handelsunternehmen die afrikanische Wirtschaft zu Boden. Sie exportieren billiges Hähnchenfleisch, was die dortigen Hühnerfarmen zugrunde richtet. Genauso verhält es sich mit Obst und Gemüse, das von Europa nach Afrika gelangt und den dortigen Bauern die Lebensgrundlage nimmt. Ähnlich sieht’s bei Fischfang und Kleidung aus. Durch Waffenexporte helfen wir mit, dass afrikanische Potentaten Bürgerkriege anzetteln können. Es ist grausam und grotesk, wie viele Westler in Afrika ihr Geschäft mit dem Elend machen. Und da wundern wir uns, wenn die Menschen in eine bessere Welt fliehen wollen? Fluchtursachen bekämpfen – das ist nun ein Thema beim EU-Afrika-Gipfel. Richtig so, aber in Wahrheit geht es eher um „Fluchtbekämpfung“. Man bezahlt Diktatoren, damit sie ihre Einwohner bei sich behalten. – Genau das ist der falsche Weg. Die Staaten in Afrika brauchen keine Schmiergelder oder Entwicklungshilfe, sondern faire Handelsgeschäfte. Wenn die Bauern selbst produzieren und ihre Waren auf dem Weltmarkt anbieten können, dann sind sie nicht mehr ohnmächtig-abhängig und müssen auch nicht mehr flüchten. Das hört sich leicht an, ist aber kompliziert und langwierig. Doch an einem fairen Miteinander geht kein Weg vorbei, wenn wir in Europa weiter in Frieden leben wollen.

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