NRZ: Zwingt Trump Europa zur Einigkeit? – von MANFRED LACHNIET

Essen (ots) – Muss erst ein Typ wie Donald Trump auf die Bühne treten, damit die EU-Staatschefs sich zusammenraufen? Selbst die Briten wollen nun für Deutschland und die anderen Staaten wieder ein „starker Partner“ sein. Also alles gut für das Gedeihen des europäischen Projekts? Keineswegs. Bislang sehen wir nur, wie sich Außenpolitik zum Wahlkampfthema entwickelt. Merkel hat sich mit ihrem Bierzelt-Spruch schon geschickt positioniert: Distanz zu Trump. Das ist schlüssig, aber auch sehr populär. SPD-Kanzlerkandidat Schulz schlug gestern in die gleiche Kerbe. Also große Koalition im Geiste. Ob Europa tatsächlich eine engere Einheit bildet, ist offen: Die Verteilung der Flüchtlinge offenbart, wie unterschiedlich das Denken in den Ländern weiterhin ist. Es wäre ein (schönes) europäisches Wunder, wenn es hier Fortschritte gäbe. Uneinigkeit auch bei den Finanzen: Viele in der EU ärgern sich über Schäubles Spardiktate. Und auch bei der EU-Armee geht es um viel Geld: Wenn die USA ihren Schutzschirm wirklich abbauen, stehen die EU-Länder vor enormen Kosten. Auch deshalb sucht man weiter Kontakt zu den Amerikanern. Markige Sprüche gegen Trump sind daher erst einmal: Wahlkampfgetöse. Dennoch: Die Europäer haben jetzt die große Chance, über ihre Werte und ihre Kraft nachzudenken und ihre Zukunft zu gestalten. Von Deutschland als stärkstem Land wird da besonders viel Fingerspitzengefühl verlangt. Wie der Prozess gelingt, wird unser aller Leben bestimmen – besonders das der Jugend.

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