OBT: Umstellung auf Swiss GAAP FER – hoch komplex oder doch ganz einfach?

St. Gallen – Die Entwicklung der Swiss GAAP FER in den letzten Jahren kann zu Recht als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Mit der Ausrichtung auf kleine und mittlere Unternehmen und Unternehmensgruppen hat die Verbreitung dieser Berichterstattung stark zugenommen. Eigentlich nicht verwunderlich, geniesst diese Berichterstattung doch einen sehr guten Ruf bei Kapitalgebern.

Gemäss einer Studie der Universität Zürich wendet heute jedes fünfte mittelgrosse Unternehmen Swiss GAAP FER an. Bei Konzernrechnungen liegt die Quote der Anwender sogar bei 39%.

Im Hinblick auf eine mögliche Erstanwendung von Swiss GAAP FER in einem Unternehmen stellen sich folgende Fragen: Welches sind die Vor- und Nachteile einer Umstellung? Mit welchem Aufwand ist zu rechnen und welche Knacknüsse treten bei einer Umstellung in der Praxis häufig auf?

Gründe für den Wechsel
Ein zentraler Vorteil von Swiss GAAP FER ist, dass Banken und andere Kapitalgeber dieser Berichterstattung einen erheblichen Vertrauensvorschuss entgegenbringen. Diese Tatsache vereinfacht die Kreditverhandlungen mit Banken und kann zu vorteilhafteren Konditionen führen. Ein weiterer Vorteil ist die höhere Transparenz gegenüber den Aktionären – insbesondere dann, wenn sie nicht operativ im Unternehmen tätig sind. Die Praxis zeigt, dass bei einem Firmenverkauf mit einer Berichterstattung nach Swiss GAAP FER oft ein besserer Preis erzielt werden kann. Die stillen Reserven werden nicht nur in einer Separatrechnung geführt, sondern sind auf den ersten Blick ersichtlich und von der Revisionsstelle über Jahre testiert.

Transparenz und starkes Signal
Die Jahresrechnung nach Swiss GAAP FER zeigt die finanzielle Situation der Gesellschaft, wie sie sich effektiv darstellt – ohne Verzerrung durch stille Reserven. In der Regel wird der Abschluss nach Swiss GAAP FER ergänzend zum statutarischen Abschluss, der weiterhin für die Besteuerung relevant bleibt, erstellt. Die Einführung von Swiss GAAP FER führt daher nicht dazu, dass die stillen Reserven versteuert werden müssen, und hat somit keine negativen steuerlichen Auswirkungen.

In der Praxis ist zudem häufig zu beobachten, dass Gesellschaften und Organisationen, die im Rahmen eines Leistungsauftrags Zuschüsse von staatlichen Stellen oder Spenden …

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