Politikwissenschaftler erwartet interne Konflikte in der SPD

Der Berliner Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer erwartet im Zuge des Wahlkampfs zwangsläufig deutliche Konflikte innerhalb der SPD. „Es wird immer deutlicher, dass Martin Schulz die Partei zusammenhalten konnte, solange er im Ungefähren blieb“, sagte der Wissenschaftler der Freien Universität Berlin der „Welt“.

Für den Wahlkampf sei es jedoch notwendig, dass Schulz konkreter werde. „Aber je konkreter der Kanzlerkandidat wird, desto eher bekommt er Gegner – auch in der eigenen Partei.“ Niemeyer sieht die SPD gegenüber der Union strategisch im Nachteil. „Deutlich mehr Leute sind langfristig an die Union gebunden, als an die SPD. In 70 Jahren Wahlgeschichte haben es die Sozialdemokraten nur bei den Bundestagswahlen 1972 und 1998 geschafft, stärker als die Union zu werden. Bei ihnen muss die Kombination aus Kandidat und Programm stimmen, bei gleichzeitiger Schwäche des Gegners“, sagte Niedermayer.

„Wenn aber die Gegenseite auch einen starken Kandidaten wie Angela Merkel präsentiert, hat es die SPD enorm schwer.“

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