Qantas-CEO: Airbus und Boeing arbeiten an Ultralangstreckenjets

Von Robert Wall

LONDON (Dow Jones)–Die Flugzeugbauer Boeing und Airbus liefern sich derzeit ein Rennen beim Bau eines Flugzeugs für extrem lange Strecken. Dies könnte bei der australischen Qantas Airways zum Einsatz kommen, um zum Beispiel Sydney mit New York und London zu verbinden, sagte Qantas-CEO Alan Joyce.

Qantas hatte den beiden Konzernen in diesem Jahr die Aufgabe gestellt, ein Flugzeug zu konstruieren, mit dem ab 2022 entsprechende Non-Stop-Flüge mit voller Passagier- und Frachtbesetzung möglich wären. „Beide Hersteller haben dies begrüßt“, sagte Joyce.

Boeing und Airbus bauen bereits Maschinen, die lange Zeit in der Luft bleiben und mehr als 9.000 Meilen fliegen können. Um die Wünsche von Qantas zu erfüllen seien aber weitere Arbeiten erforderlich, sagte der CEO.

Qantas wird allgemein als Schlüsselkunde angesehen. Wenn sie ordert, dürften andere Airlines mit Aufträgen folgen.

Hersteller setzen auf Anpassung statt auf Neukonstruktion 

Beide Hersteller suchen eher nach Möglichkeiten, wie bestehende Designs wie die Boeing 777-8X und der Airbus A350 angepasst werden können statt ein völlig neues Modell für diese Marktnische zu fertigen.

Laut Airbus ist der A350 für „schrittweise Innovationen“ geeignet, die schließlich einen Nonstopflug von Sydney nach New York oder nach London möglich machen würden. Auch Boeing sucht nach Wegen, die Anforderungen der Airline zu erfüllen.

Qantas will sich im kommenden Jahr viel Zeit nehmen, um die Konzepte von Airbus und Boeing unter die Lupe zu nehmen, wie Joyce sagte. Sollten sie sich als vielversprechend erweisen, könnte Ende 2018 offiziell der Bieterwettstreit eröffnet und 2019 ein Auftrag erteilt werden. Wie viele Maschinen Qantas möglicherweise ordern würde, sagte Joyce nicht.

Im kommenden Jahr wird Qantas die Strecke Perth-London mit einer Boeing 787 Dreamliner nonstop fliegen. Künftig will die Airline London oder New York auch nonstop von Sydney, Melbourne oder Brisbane anfliegen.

Die Zukunft der Langstreckenluftfahrt gehört nach Ansicht von Joyce großen Flugzeugen mit zwei Triebwerken. Die nach einer Order noch ausstehenden Airbus A380 mit vier Triebwerken werde die Airline wohl nicht abnehmen, sagte der CEO. Bestellt hat Qantas 20 A380, abgenommen wurden bisher 12. Bereits zuvor hatte sich der Manager skeptisch zur Abnahme weiterer Maschinen geäußert. Maschinen mit zwei Triebwerken seien preiswerter und weniger riskant, sagte Joyce.

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November 29, 2017 08:29 ET (13:29 GMT)

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