Rheinische Post: Kommentar: Konfetti-Katalonien

Düsseldorf (ots) – Es gibt eine Vision vom Europa der Regionen, wonach historisch gewachsene Gebiete mit gemeinsamer kultureller Identität eng zusammenarbeiten. In den Augen europäischer Idealisten ist es so etwas wie die Vorstufe zu einem europäischen Bundesstaat, in dem die nationalen Grenzen keine Rolle mehr spielen. Die katalanischen Nationalisten fordern freilich etwas ganz anderes: Sie wollen neue Grenzen, eine souveräne Mini-Republik mit Vollmitgliedschaft in Uno und EU. Es ist eine rückwärtsgewandte Vision, naiv und zugleich gefährlich. Schon heute findet die EU selbst in wichtigen Fragen nur noch mit größter Mühe zu Kompromissen. Wie erst soll das aussehen, wenn Europa aus lauter Konfetti-Schnipseln wie Katalonien besteht? Glauben die Unabhängigkeitsbefürworter in Barcelona ernsthaft, dass sich sieben Millionen Katalanen in der Welt besser behaupten können, wenn sie auf sich alleine gestellt sind? Man kann nur hoffen, dass durch die Krise den Menschen dieser Unfug bewusst geworden ist. Kataloniens Zukunft liegt in einer großzügigen Autonomie, nicht in einer Sezession.

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