Rheinische Post: Kommentar: Narretei werbefrei

Düsseldorf (ots) – Düsseldorf ist reicher und besser verwaltet als Köln. In Fragen der Tradition kann die Landeshauptstadt von ihrer großen Schwester am Rhein indes lernen. „Von Werbung frei die Narretei“ heißt dort der entscheidende Spruch. Und den sollten sich die Düsseldorfer zu Herzen nehmen, statt wie bei sportlichen Großveranstaltungen endlose Werbebanner vor die Bagagewagen zu spannen. Natürlich ist der Karneval ein großes Geschäft – für Gastronomen, Kostümhändler oder Getränkehersteller. Aber der „Spaß an der Freud“ sollte sich die Illusion erhalten, dass hier Menschen zusammenkommen, um einfach nur ausgelassen zu feiern. Darum beneidet die Welt das Rheinland. Und das sollte sie weiter tun, ohne Rosenmontagszüge als große Werbeveranstaltungen zu erleben. Es stimmt, dass dadurch mehr Geld ins System kommt. Aber sind die Spenden, Beiträge und unzähligen unbezahlten Arbeitsstunden nicht viel mehr wert als die Beträge der Werbeindustrie. Wer zahlt, bestimmt die Musik. Da könnte manche scharfe Satire durch den Rost fallen. Man will doch niemand vergraulen.

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