Rheinische Post: Kommentar: Sicherheit und Aktionismus

Düsseldorf (ots) – Ist die Sicherheitsarchitektur in Deutschland bereits optimal an die gestiegene Terrorgefahr angepasst? Andere Terror-Zielländer wie die USA, Großbritannien, Frankreich und Belgien arbeiten mit Bedrohungsstufen, die der Bevölkerung einen besseren Eindruck von aktuellen Gefährdungen geben. Die Sicherheitskräfte selbst finden dadurch eine Orientierung, welche zusätzlichen Maßnahmen zu treffen sind. Dagegen sprechen die Verantwortlichen in Deutschland seit Jahren nur von abstrakter erhöhter Bedrohung. Beim Vergleich mit den anderen Ländern scheinen die Deutschen den Kürzeren zu ziehen. Doch hinter der Stufen-Eskalation kann auch Aktionismus stecken. Das Aufschrecken der Menschen verbunden mit der Botschaft: Die Behörden tun was. Filmfans kennen die blinkenden Lampen und quäkenden Alarmtöne, die Einsatzkräfte in Fahrzeuge springen und losrasen lassen. Besser wären die Behörden schon vorher auf dem Posten. Somit ist eine Sicherheitsarchitektur dann gut, wenn sie Terror verhindert, und zwar unabhängig von blinkenden Lampen. Wenn konkrete Bedrohungen zur Absage von Veranstaltungen führen, lassen sich die anderen unbeschwerter besuchen.

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