ROUNDUP: G7 für Kampf gegen Protektionismus

TAORMINA (dpa-AFX) – Die führenden westlichen Industriestaaten
(G7) haben ihren Handelsstreit zunächst entschärft und ein schweres
Zerwürfnis mit den USA abgewendet. Die Staats- und Regierungschefs
rangen sich nach Angaben aus Diplomatenkreisen am Samstag auf dem
G7-Gipfel in Taormina auf Sizilien überraschend zu einer
Formulierung zum Kampf gegen den Protektionismus durch. Dies war
nach dem bisherigen Blockadekurs von US-Präsident Donald Trump bis
zuletzt fraglich.

Dem Vernehmen nach sollen sich die G7 nach scharfer Debatte auch
zu offenen Märkten und gegen unfaire Handelspraktiken bekennen. Der
lange befürchtete Minimalkompromiss wurde damit noch einmal
verhindert. Offen ist, ob die jetzt erzielte Formulierung hinter dem
klaren Bekenntnis der G7 vom Vorjahresgipfel in Japan bleibt.

‚AMERICA FIRST‘

Sie dürfte aber über die jüngsten Erklärungen der G7- und
G20-Länder hinausgehen, die seit dem Amtsantritt Trumps zuletzt eher
nichtssagend ausfielen. So hatten die Finanzminister im März und
Mitte Mai lediglich erklärt: „Wir arbeiten daran, den Beitrag des
Handels für unsere Volkswirtschaften zu stärken.“

Trump hatte erstmals an einem Gipfel der großen Wirtschaftsmächte
teilgenommen. Er setzte im Rahmen seiner „America-First“-Politik
bisher auf einen Abschottungskurs, um die US-Wirtschaft zu stärken.
Globale Handelsabkommen und die Mitgliedschaft der USA in der
Welthandelsorganisation WTO stellte er auf den Prüfstand. Befürchtet
wird weiter, dass Trump Schutzzölle einführt und einen Handelskrieg
riskieren könnte. Er hatte mehrfach betont, er werde in seiner
Handels- und Steuerpolitik amerikanische Interessen über alles
stellen.

G7-ERKLÄRUNG ZUM HANDEL BIS ZULETZT UMSTRITTEN

Die G7-Erklärung zum Handel war bis zuletzt umstritten geblieben.
Zwar bestand Einigkeit darin, dass es fairen Handel geben müsse. In
diesem Punkt und in der Frage, was Protektionismus ist, gab es
zwischen Trump und den anderen sechs Staats- und Regierungschefs
aber Differenzen. Mit der Vereinbarung würde Berlin Rückenwind
erhalten für den G20-Gipfel der führenden Industrie- und
Schwellenländer Anfang Juli in Hamburg unter deutschem
Vorsitz./sl/alv/lkl/reu/DP/he

AXC0019 2017-05-27/14:48

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