ROUNDUP: Modi und Merkel schließen Milliardendeal – ‚Sind füreinander gemacht‘

WASHINGTON/BERLIN (dpa-AFX) – Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will
die Zusammenarbeit mit Indien auf vielen Ebenen vertiefen. Mit
Investitionen in Milliardenhöhe wollen die beiden Länder ihre
Verbindung stärken. Im Beisein von Indiens Premierminister Narendra
Modi wurde am Dienstag in Berlin ein Deal für die Entwicklung
abgeschlossen. „Wir geben in jedem Jahr eine Milliarde Euro“, sagte
Merkel nach den deutsch-indischen Regierungskonsultationen. Dabei
gehe es um Themen wie Smart Cities, erneuerbare Energien und
Solarindustrie.

Nach den deutsch-indischen Regierungskonsultationen
unterzeichneten beide Länder mehrere Abkommen zur Zusammenarbeit in
den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Klimapolitik
und Entwicklungszusammenarbeit unterzeichnet. „Wir sind füreinander
gemacht“, sagte Modi.

Merkel sagte, die Zusammenarbeit mit Indien sei von überragender
Bedeutung. Sie stellte aber gleichzeitig klar, das Treffen sei „in
keiner Weise gegen irgendwelche anderen Beziehungen gerichtet, und
schon gar nicht gegen die transatlantischen Beziehungen, die
historisch für uns von großer Wichtigkeit sind und auch in Zukunft
bleiben werden“.

Zuletzt waren Stimmen laut geworden, angesichts der neuen
US-Außenpolitik könnten die Beziehungen mit den aufstrebenden
Wirtschaftsmächten Indien und China stärker in den Fokus rücken.
Nach dem Treffen mit dem indischen Premierminister will Merkel am
Mittwoch den chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang empfangen.
Merkel pochte angesichts der US-Abschottungspolitik am Dienstag
erneut auf eine Emanzipation Europas. „Europa muss ein Akteur sein,
der sich auch einmischt international“, sagte sie.

Merkel betonte, dass Deutschland Indien bei der Umsetzung des
Pariser Klimaschutzabkommens unterstützen wolle. „Indien setzt das
Abkommen intensiv um“, lobte Merkel. Das Land mit mehr als einer
Milliarde Einwohner befinde sich aber in einer anderen
Entwicklungsphase als Deutschland.

Beim Thema Klimaschutz knirscht es mit Trump. Der US-Präsident
hatte für diese Woche eine Entscheidung zum Verbleib der USA im
Klimaschutzabkommen angekündigt.

Modi rief die Welt zum gemeinsamen Handeln auf. „Wir sind alle
miteinander verbunden. Es ist wichtig, dass wir diese Regeln auch
wirklich einhalten.“

Modi betonte, Indien wolle sich „gemäß globaler Standards“ weiter
entwickeln. Im Mittelpunkt stehe die Zukunft von 800 Millionen
Jugendlichen auf dem Subkontinent. „Wir brauchen Berufsbildung für
diese Jugendlichen.“ Modi sagte: „Die ganze Welt ist abhängig von
Innovation, ohne Innovation kein Fortschritt.“ Indien glaube an die
Einheit Europas und wolle ein starkes Europa.

Auf dem G7-Gipfel in Sizilien hatte es jüngst größere
Unstimmigkeiten zwischen den USA unter Präsident Donald Trump und
den anderen Nationen gegeben. Indien ist kein Mitglied der G7.

Als besondere Herausforderung nannte Modi unter anderem die
Cybersicherheit. „Man muss da in Echtzeit reagieren können.“ Von
Deutschland erhoffe sich Indien zudem Unterstützung bei der
Entwicklung der zivilen Luftfahrt. Die deutsch-indischen
Regierungskonsultationen sollten auch den G20-Gipfel in Hamburg im
Juli vorbereiten./poi/bvi/sba/DP/jha

AXC0279 2017-05-30/18:48

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