ROUNDUP: Niederländisch-deutsche Firmengruppe übernimmt Deutsche See

BREMERHAVEN (dpa-AFX) – Der größte deutsche Fischverarbeiter
Deutsche See wechselt den Besitzer. Die niederländisch-deutsche
Fischunternehmensgruppe Parlevliet & Van der Plas (P&P) übernimmt
sämtliche Anteile an der Manufaktur in Bremerhaven. Das
Bundeskartellamt muss der Übernahme noch zustimmen. Die beiden
Geschäftsführer und Alteigentümer von Deutsche See, Egbert Miebach
und Peter Dill, hätten sich zu diesem Schritt entschieden, nachdem
Miebach im vergangenen Jahr schwer erkrankt sei, hieß es in einer
gemeinsamen Mitteilung der Unternehmen am Dienstag.

„Dieser Schritt ist uns wirklich schwer gefallen“, sagte Dill. Er
sei aber aufgrund der persönlichen und familiären Situation von
Miebach unausweichlich. Die Deutsche See soll als eigenständige
Firma erhalten bleiben. An den 22 deutschen Niederlassungen mit mehr
als 1700 Mitarbeitern sind den Angaben nach keine Veränderungen
geplant. Dirk-Jan Parlevliet soll ab März in die Geschäftsführung
von Deutsche See eintreten. Das Management-Team bleibe unverändert.

Der Fischverarbeiter machte eigenen Angaben zufolge zuletzt einen
Jahresumsatz von rund 400 Millionen Euro. Das Unternehmen kauft
weltweit Fisch ein, der in der Zentrale in Bremerhaven verarbeitet
wird. Die Deutsche See beliefert Köche, Restaurants und Kantinen,
Fischhändler und den Lebensmittelhandel.

„Es hat mehrere Kaufinteressenten gegeben“, sagte eine
Unternehmenssprecherin. Mit Parlevliet & Van der Plas bekam ein
langjähriger Zulieferer den Zuschlag. Die Gruppe hat ihren Hauptsitz
im niederländischen Katwijk und beschäftigt weltweit mehr als 6000
Mitarbeiter in der Fischerei. Für P&P fährt eine Flotte von 40
Fangschiffen. 2003 übernahm das Unternehmen die Euro-Baltic
Fischverarbeitungs GMBH in Sassnitz auf Rügen. Dirk-Jan Parlevliet
sagte, der Kauf der Deutschen See biete P&P die Möglichkeit, „strategisch wichtige Zukunftsmärkte in Deutschland zu erschließen“.

Die Deutsche See hatte schon früher Interesse für Fusionen
geweckt. 2016 hatte der Geschäftsführer der Bremerhavener
Restaurantkette Nordsee, Robert Jung, einen Zusammenschluss mit dem
Unternehmen ins Spiel gebracht. „Ich könnte es mir gut vorstellen,
dass Deutsche See und Nordsee eines Tages wieder ein Unternehmen
werden“, hatte er damals gesagt. Die Deutsche See war früher eine
Tochterfirma der Nordsee GmbH, bevor 1998 Peter Dill, Egbert Miebach
und Andreas Jacobs sie herauskauften.

Das Unternehmen hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, weil es den
Autobauer Volkswagen verklagt hatte, da es sich wegen
des Abgasskandals getäuscht sah. Das Landgericht Braunschweig hatte
im Oktober 2017 die Klage des VW -Großkunden auf
Rückzahlung von Leasingraten und Wartungskosten von etwa 12,5
Millionen Euro abgewiesen./igl/jbi/DP/edh

ISIN DE0007664039

AXC0176 2018-02-13/16:11

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