ROUNDUP: Rückforderung im Opel-Deal? GM und PSA halten sich bedeckt

PARIS/DETROIT (dpa-AFX) – Der US-Autoriese General Motors
(GM) hat nach dem Opel-Verkauf an den französischen
Rivalen PSA nach eigenen Angaben noch keine
Rückforderungen wegen angeblicher Abgas-Probleme erhalten. „Wir
wissen nichts von Ansprüchen bezüglich künftiger CO2-Ziele und wir
können nicht über Angelegenheiten spekulieren, die uns gegenüber
nicht aufgeworfen wurden“, teilte GM am Mittwoch mit.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte unter Berufung auf nicht
namentlich genannte Insider gemeldet, dass PSA wegen der
CO2-Emissionen bei Opel mehr als 500 Millionen Euro zurückverlangen
wolle. Die Franzosen seien der Ansicht, dass sie über Opels
Emissions-Strategie getäuscht worden seien. „Kein Kommentar von
unserer Seite“, teilte ein PSA-Sprecher auf Anfrage in Paris mit.

Laut GM befindet man sich derzeit zwar in Gesprächen mit PSA über
Anpassungen der Übernahmebedingungen. Dabei gehe es jedoch um Fragen
der Buchhaltung und nicht um Abgasprobleme. Das Thema Emissionen sei
bei diesem Vorgang nicht von PSA aufgebracht worden. GM habe vor dem
Opel-Verkauf reichlich Informationen zur Verfügung gestellt, PSA
habe eine sorgfältige Prüfung unter Mitwirkung vieler Experten und
Juristen durchgeführt, heißt es in der Mitteilung weiter.

Opel selbst äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht. PSA
hatte Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall im Sommer für
1,3 Milliarden Euro von GM übernommen. Unter dem Strich war die
Trennung vom verlustreichen Europageschäft für die Amerikaner jedoch
ein dickes Minusgeschäft – zuletzt bezifferte GM die Belastungen aus
dem Verkauf auf 5,4 Milliarden Dollar. Im letzten Quartal hatten
diese Sonderkosten ein tiefes Loch in die GM-Bilanz gerissen.

PSA-Chef Carlos Tavares hatte zuletzt mehrfach öffentlich die
CO2-Bilanz von Opel kritisiert, wo der Flottendurchschnitt zuletzt
bei 127 Gramm CO2 pro Kilometer lag. PSA kommt nach eigenen Angaben
auf 101 Gramm. Von 2020 an sind 95 Gramm vorgeschrieben.

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer kann sich gut vorstellen,
dass eine Auseinandersetzung zwischen PSA und GM um den Kaufpreis
entbrannt ist. Jedoch dürfte das Abgasproblem nach seiner
Einschätzung nicht der Grund sein. PSA-Chef Tavares kenne die
Opel-Fahrzeuge auch aus der Zusammenarbeit beider Konzerne sehr gut. „Vermutlich sind die Verluste bei Opel höher als angenommen, und das
vorgelegte Sanierungsprogramm reicht nicht aus“, sagte der
Duisburger Auto-Professor der Deutschen
Presse-Agentur./sku/hbr/DP/she

ISIN US37045V1008 FR0000121501

AXC0251 2017-11-29/18:07

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