ROUNDUP: Weniger Verluste bei Rocket Internet – Aktie unter Druck

BERLIN (dpa-AFX) – Die Beteiligungen des Startup-Entwicklers
Rocket Internet haben sich zu Jahresbeginn ein Stück weiter in
Richtung schwarze Zahlen bewegt. Wegen zum Teil deutlich gestiegener
Umsätze fiel der Konzernverlust von 86 Millionen Euro im ersten
Quartal nicht ganz so schmerzhaft aus wie ein Jahr zuvor. Damals war
das Minus wegen massiver Wertberichtigungen beim Online-Modehändler
Global Fashion Group (GFG) fast vier Mal so hoch ausgefallen.

Diesmal drückten allerdings diverse Verkäufe von
Tochtergesellschaften wie La Nevera, Roja oder Pizzabo auf die
Gesamterlöse von Rocket. Für Firmenchef Oliver Samwer dennoch kein
Grund, von seinem Optimismus abzurücken. Man sei davon überzeugt,
dass die ausgewählten Unternehmen in diesem Jahr „weitere
Fortschritte auf dem Weg in Richtung Profitabilität“ verzeichnen
werden, sagte er laut einer Mitteilung vom Mittwoch.

Bereits Anfang des Jahres hatte Finanzchef Peter Kimpel ein
Überschreiten der Gewinnschwelle bei drei Beteiligungen in Aussicht
gestellt. Um welche Unternehmen es sich genau handelt, wollte er
nicht sagen. Zu den Hoffnungsträgern gehört ohne Zweifel GFG, die
einen Umsatz von einer Viertelmilliarde Euro erzielte. Doch auch der
Essenzusteller Delivery Hero konnte mit einer knappen Verdoppelung
seiner Umsätze auf 121 Millionen Euro von sich Reden machen.

Ähnlich gut lief es bei HelloFresh. Der Kochbox-Lieferant kam auf
einen Umsatz von 205 Millionen Euro, ein Plus von 45,2 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr. Jahrelang galt HelloFresh als potentieller
Börsenkandidat, ein erster Anlauf wurde aber bereits abgeblasen.
Dafür peilt Delivery Hero einen Börsengang an.

Am Aktienmarkt machte sich nach der Bekanntgabe der
Quartalsergebnisse Ernüchterung unter den Anlegern breit. Die Aktie
drehte nach anfänglichen Gewinnen schnell ins Minus und verlor
zuletzt 2,6 Prozent. Analyst Lucas Boventer von Warburg Research sah
darin aber keine Reaktion auf die „operativ sehr guten“
Geschäftszahlen für das erste Quartal. Vielmehr würden nach der
starken Kursentwicklung nun Gewinne mitgenommen.

Seit ihrem Zwischentief Ende März bei 15,12 Euro waren die Aktien
zuletzt um knapp 47 Prozent nach oben gerannt. Von ihren
Rekordständen sind die Papiere jedoch noch meilenweit entfernt: Kurz
nach dem Börsengang im Herbst 2014 hatten sie über 60 Euro
gekostet./kro/mne/he

ISIN DE000A12UKK6

AXC0228 2017-05-31/15:45

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