ROUNDUP: WWF erhebt neue Bedenken gegen Gaspipeline Nord Stream 2

STRALSUND (dpa-AFX) – Im Genehmigungsverfahren für den Bau der
Nord Stream 2-Trasse hat die Umweltorganisation WWF neue rechtliche
und inhaltliche Bedenken erhoben. Die Gazprom -Tochter
hatte im laufenden Verfahren umstrittene Umweltausgleichsmaßnahmen
korrigiert. Der WWF hält die in diesem Zusammenhang durchgeführte
Öffentlichkeitsbeteiligung für fehlerhaft, da in den neubetroffenen
Gemeinden wie Greifswald und Stralsund die Unterlagen nicht
ausgelegt worden seien. Gefordert werde zudem ein Rechtsgutachten
darüber, ob die von Nord Stream 2 vorgeschlagenen Zusatzfiltrationen
in Klärwerken überhaupt als Kompensationsmaßnahmen anrechenbar sind,
sagte der Leiter des WWF-Ostseebüros, Jochen Lamp.

Nord Stream 2 hatte Anfang November ein überarbeitetes
Kompensationskonzept beim Bergamt Stralsund eingereicht, das als
Genehmigungsbehörde für die Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns
zuständig ist. Demnach will Nord Stream 2 auf einen Großteil der bei
Landwirten umstrittenen Umwandlung von Ackerland in Grünland auf der
Insel Rügen verzichten und stattdessen durch Zusatzfiltrationen in
den Klärwerken Bergen und Göhren (Insel Rügen) sowie Stralsund und
Greifswald den Nährstoffeintrag in die Rügenschen Boddengewässer
reduzieren.

Die Stellungnahme mit den neuen Bedenken hat der Umweltverband
eigenen Angaben zufolge bereits beim Bergamt eingereicht. Nach
Auffassung des WWF müsse geprüft werden, ob die Nachrüstung nicht in
alleiniger Verantwortung der Kommunen oder Abwasserverbände liegt.
Zudem bezweifelt die Umweltorganisation, dass Ausgleichsmaßnahmen im
Kleinen Jasmunder Bodden und Strelasund für Eingriffe im
Greifswalder Bodden – durch den die Pipeline verlaufen soll -
herangezogen werden können. Neben dem Rechtsgutachten wird eine
Neuauslegung der Unterlagen in Greifswald und Stralsund gefordert.

Nord Stream 2 will im Frühjahr 2018 mit dem Bau der 1200
Kilometer langen Ostseepipeline beginnen und rechnet eigenen Angaben
zufolge Ende 2017/Anfang 2018 mit der deutschen Genehmigung. Neben
der deutschen stehen auch die Genehmigungen der anderen beteiligten
Ostseestaaten noch aus. Die Gazprom-Tochter hat dennoch bereits
tausende Rohre für die Verlegung vorbereiten und an die geplanten
Verlegeplätze nach Karlshamn in Schweden und nach Hanko in Finnland
bringen lassen./mrt/DP/he

ISIN US3682872078

AXC0036 2017-11-26/15:55

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