ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Schwache Bankaktien drücken auf EuroStoxx und Cac

PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Belastet von deutlichen Verlusten der
europäischen Bankenbranche haben die wichtigste Börsen Europas am
Dienstag nachgegeben. Der EuroStoxx 50 sank um 0,50
Prozent auf 3561,22 Punkte und auch der CAC-40 in
Paris verlor genau ein halbes Prozent, womit er auf 5305,94 Punkte
sank. Der Londoner FTSE 100 fiel nach einem
feiertagsbedingt verlängerten Wochenende um 0,28 Prozent auf 7526,51
Zähler.

In Mailand rettete der Leitindex FTSE Mib ein
kleines Plus von 0,15 Prozent in den Feierabend, nachdem er tags
zuvor sehr schwach geschlossen hatte. Die Anleger hatten zum
Wochenstart nervös auf Befürchtungen reagiert, wonach die
europakritische Fünf-Sterne-Bewegung im Fall vorgezogener Neuwahlen
die Regierung in Italien übernehmen könnte.

Aktuelle Konjunkturdaten trugen ebenfalls nicht zur Aufhellung
der Laune bei. Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum erhielt im Mai
überraschend einen Dämpfer. Der Economic Sentiment Indicator (ESI),
der die Stimmung in Unternehmen und privaten Haushalten misst, fiel,
während Volkswirte einen Anstieg erwartet hatten. Allerdings hatte
der Indikator im April noch den höchsten Wert seit August 2007
erreicht.

Aus Branchensicht standen Banken europaweit im Anlegerfokus. Der
Sektorindex Stoxx Europe 600 Banks bildete mit minus 0,95 Prozent
das Schlusslicht unter den 19 Subindizes des Stoxx Europe 600. Trotz
regulatorischer Verschärfungen und erheblicher Anstrengungen der
Banken um bessere Kapitalkennziffern seit der Finanzkrise vor einem
Jahrzehnt hätten die Anleger immer noch kein Vertrauen in
Bankenpapiere, sagte ein Branchenkenner. In den niedrigen
Marktbewertungen sei klar zu lesen, dass der Markt die Geldhäuser
noch nicht als sonderlich gesund ansehe.

Unter den Einzelwerten waren die Titel der französischen Großbank
BNP Paribas mit einem Verlust von 4,14 Prozent zwar
das Schlusslicht im EuroStoxx-50-Index. Da sie jedoch ex Dividende
von 2,70 Euro gehandelt wurden, relativierte sich der Abschlag
deutlich, so dass sie im Grund nur moderat nachgaben. Die Papiere
der Bank Santander , der ING und der
Societe Generale sowie von der BBVA und der Deutschen Bank sanken zwischen 1,07 und 1,80
Prozent.

Ansonsten zogen die Papiere von Ryanair Aufmerksamkeit auf sich: Brexit, Terrorangst und eine Preisschlacht
unter den Airlines brachten Europas größten Billigflieger nicht vom
Wachstumskurs ab. Für die zwölf Monate bis Ende März stand bei
Ryanair unter dem Strich ein Gewinn von gut 1,3 Milliarden Euro.
Trotz widriger Umstände peilt Unternehmenschef Michael O’Leary für
das Geschäftsjahr 2017/18 mehr Gewinn an. Den Anteilseignern will er
über einen Aktienrückkauf 600 Millionen Euro zurückgeben. Die
Ryanair-Aktie reagierte in London mit einem Kursplus von 2,39
Prozent auf die Nachrichten.

Die Aktien des niederländischen Farbenherstellers Akzo Nobel
büßten 1,83 Prozent ein. Akzo hatte jüngst die dritte
Übernahmeofferte durch US-Konkurrenten PPG Industries abgelehnt. Daraufhin war ein Rechtsstreit mit dem aktivistischen
Großaktionär, dem Hedgefonds Elliott, entbrannt, der nun in den
Niederlanden gerichtlich zugunsten von Akzo entschieden wurde. Das
Gericht lehnte einen Antrag des vom Milliardär Paul Singer
kontrollierten Fonds ab, sofort Maßnahmen gegen Akzo Nobel zu
ergreifen. Elliott wollte mit rechtlicher Hilfe den widerborstigen
Akzo-Verwaltungsratschef Antony Burgmans loswerden.

Vestas-Aktien verloren 1,75 Prozent auf 589,50
dänische Kronen und litten damit unter einer Abstufung durch die
britische Investmentbank HSBC. Der Preisdruck in der
Windenergiebranche dürfte sich 2017 und 2018 noch beschleunigen,
schrieb Analyst Sean McLoughlin in einer Sektorstudie und senkte die
Papiere des dänischen Windkraftanlagen-Herstellers von „Hold“ auf „Reduce“. Das Kursziel kappte er zugleich von 550 auf 530
Kronen./ck/jha/

ISIN GB0001383545 FR0003500008 EU0009658145 EU0009658160

AXC0280 2017-05-30/19:03

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