ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax knapp im Minus – Volatiler Feiertagshandel

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax hat einen launischen
Handel an Christi Himmelfahrt etwas leichter beendet. Marktanalyst
Neil Wilson vom Handelshaus ETX Capital sprach wegen des Feiertags
von einem dünnen und entsprechend schwankungsanfälligen Handel, den
der deutsche Leitindex am Donnerstag 0,17 Prozent tiefer bei 12
621,72 Punkten beendete.

Die jüngsten Signale von der US-Notenbank Fed gingen dabei am Dax
weitgehend vorbei. Wie aus dem Protokoll der letzten Sitzung
hervorging, haben sich die Währungshüter mehrheitlich für eine „baldige“ geldpolitische Straffung ausgesprochen. Dies spricht zwar
für optimistische Konjunkturerwartungen, schmälert aber die
Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen
Wertpapieren.

Wie schon am Vortag entwickelten sich seine deutschen
Indexkollegen aber etwas besser: Der MDax legte am
Ende um 0,12 Prozent auf 25 112,05 Punkte zu, während es für die
Technologiewerte im TecDax sogar um 0,88 Prozent auf
2275,90 Zähler nach oben ging. Der Kleinwerte-Index SDax
setzte seine Rekordjagd mit einem Anstieg um 0,60
Prozent auf 11 101,27 Punkte fort.

LUFTHANSA UND THYSSEN IM DAX GEFRAGT

An die Dax-Spitze standen am Ende die Lufthansa-Aktien
, die ihren jüngsten Höhenflug wegen gesunkener
Ölpreise mit fast 2,5 Prozent Plus fortsetzten. Dicht dahinter
standen nach einem Pressebericht die 2,3 Prozent höheren Aktien von
Thyssenkrupp . Laut dem „Manager Magazin“ könnte eine
mögliche Fusion der Stahlsparte mit dem europäischen Ableger von
Tata Steel mehr als eine halbe Milliarde Euro an
jährlichen Einsparungen einbringen.

Linde knüpften außerdem nach der vermeldeten
Einigung auf eine Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair
mit plus 0,82 Prozent an ihre deutlichen Kursgewinne
vom Vortag an. Rückenwind gab nun, dass die Deutsche Bank die Titel
des Gasekonzerns zum Kauf empfiehlt. Analyst Tim Jones hält den
Zeitablauf der angestrebten Fusion sowie das daraus resultierende
Sparpotenzial mittlerweile für besser abschätzbar.

ANALYSTENKOMMENTARE BEWEGEN NEBENWERTE

In MDax, TecDax und SDax profitierten die größten Gewinner
allesamt von positiven Expertenäußerungen. Brenntag führten unter den mittelgroßen Werten mit plus 2,38 Prozent, nachdem
die US-Bank Citigroup die Beobachtung mit einer Kaufempfehlung
wieder aufnahm. Laut Analyst Marc Van’T Sant verschafft die starke
Marktstellung dem Chemikalienhändler Kostenvorteile.

Im TecDax zogen Siltronic kräftig um 6,49 Prozent
auf 82,19 Euro an, weil Credit Suisse den ohnehin schon rekordhohen
Aktien noch mehr Kurspotenzial zutraut: Analyst Achal Sultania hatte
das Kursziel auf 90 Euro angehoben. Seinen Optimismus baute er dabei
auf eine hohe Nachfrage nach Halbleiterwafern und weiter steigende
Preise. Im SDax gab es ein Rekordhoch bei Zooplus . Zu
einem Anstieg um rund 8 Prozent verhalf den Titeln des
Online-Tierbedarfhändlers eine JPMorgan-Empfehlung. Analyst Borja
Olcese lobte dabei das Geschäftsmodell, das den Markt aufmische – in
einem Umfeld, das vom Internet-Handel kaum durchdrungen und von „strukturellen Verlierern“ geprägt sei.

KEIN STADA-BIETERKRIEG – AIXTRON BEFLÜGELT

Gesprächsstoff gab es außerdem noch bei einigen Nebenwerten.
Stada-Papiere gaben um 0,41 Prozent nach, weil eine
neue Runde beim Wettbieten um den Pharmakonzern offenbar ausbleibt.
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg in Berufung auf Kreise
berichtete, haben sich weitere interessierte Bieter dagegen
entschieden, die Offerte der Finanzinvestoren Bain und Cinven zu
kontern.

Beim angeschlagenen Spezialmaschinenbauer Aixtron sorgte der Verkauf des Geschäfts mit Anlagen zur Fertigung von
Speicherchips in den USA für einen Kurssprung um fast 6 Prozent. Der
Verkauf bringe Geld in die Unternehmenskasse, lobte Analyst Janardan
Menon vom Investmenthaus Liberum. Zudem steige Aixtron aus einem
Geschäftsbereich aus, der schon länger zu kämpfen habe und nicht zu
den Kernaktivitäten zähle.

EUROSTOXX WENIG BEWEGT – EURO ÜBER 1,12 DOLLAR

Auch auf europäischer Bühne war die Tendenz kaum verändert: Der
EuroStoxx 50 gab am Ende um 0,06 Prozent auf 3584,55
Punkte nach. Der französische Leitindex CAC 40 schloss in Paris ebenfalls mit einem dünnen Abschlag, während der
FTSE 100 in London knapp im Plus schloss. In New York
notierte der Leitindex Dow Jones Industrial zuletzt
moderat höher.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,19 Prozent am Vortag
auf 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,14
Prozent auf 141,58 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,24 Prozent auf
161,40 Punkte. Der Euro kostete zuletzt bei 1,1218
US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs
zuvor auf 1,1214 (Mittwoch: 1,1193) US-Dollar festgesetzt./tih/he

— Von Timo Hausdorf, dpa-AFX —

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