ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax legt etwas zu – Aufatmen wegen Katalonien

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax hat am Mittwoch
weiter Kontakt zu 13 000 Punkten gehalten. Wie zuletzt fehlten aber
die klaren Impulse, die ihm nach mehreren Tagen endlich zu einem
Angriff auf die psychologisch wichtige Marke verhelfen könnten. Eine
auf Eis gelegte Unabhängigkeit Kataloniens ließ die Anleger zwar
aufatmen, sie agierten aber weiterhin nur vorsichtig. Letztlich ging
der Dax 0,17 Prozent höher bei 12 970,68 Punkten aus dem Handel.

Weitere deutsche Indizes konnten etwas deutlicher zulegen: Der
MDax kletterte um 0,45 Prozent auf 25 934,94 Punkte
und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,48
Prozent auf 2509,89 Punkte vor. Zwischenzeitlich erreichte er bei
2511,23 Punkten den höchsten Stand seit 2001. Einen Rekord verbuchte
der SDax mit 12 067,70 Punkten. Er gewann ebenfalls
fast ein halbes Prozent hinzu.

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hatte den
Abspaltungsprozess von Spanien „für einige Wochen“ ausgesetzt, um
einen Dialog mit der Zentralregierung in Madrid zu ermöglichen.
Experten werteten dies vorerst als Entschärfung des Konflikts. „Die
Kuh ist aber noch nicht vom Eis“, warnte Marktanalyst Jochen Stanzl
von CMC Markets. Gebremst worden sei das Dax auch vom daraufhin
anziehenden Eurokurs.

Unter den Einzelwerten im Dax waren die Aktien von BASF
Schlusslicht mit minus 0,84 Prozent. Negativ wirkten
sich Berichte aus, wonach der Chemiekonzern einen Monat lang
belastete Kunststoffvorprodukte für Möbel und Matratzen ausgeliefert
hat. Die direkten finanziellen Auswirkungen wollten Experten aber
nicht überbewerten. Angesichts de Kursverlustes verwiesen sie auch
darauf, dass die Papiere zuletzt überdurchschnittlich gut gelaufen
seien.

Aktien von RWE und Eon dagegen
nahmen mit Kursgewinnen von 3,43 beziehungsweise 2,87 Prozent die
Spitze im Leitindex ein. Versorgeraktien waren am Mittwoch
europaweit gefragt, was Börsianer mit guten internationalen
Branchenvorgaben begründeten. Eon schafften es zwischenzeitlich mit
9,876 Euro auf das höchste Niveau seit November 2015.

Im MDax gewannen die Papiere von Gerresheimer 1
Prozent. Zwar hatte der Verpackungshersteller auch im dritten
Quartal die Zurückhaltung der US-Pharmaindustrie zu spüren bekommen
und stellte daraufhin seine Jahresziele in Frage. Besser an kamen
aber die Ziele für 2018, die laut den Experten von JPMorgan nun eine
relativ starke Umsatzerholung implizierten.

Die Spitze im Index mittelgroßer Werte nahmen Gea mit einem Satz nach oben um fast 6 Prozent ein. Sie profitierten
davon, dass US-Investor Paul Singer Anteile an dem Anlagenbauer
erworben hat. Er ist schon der zweite aktivistische Investor, der
sich nach einem trüben Jahr bei Gea positioniert. Die Deutsche Bank
glaubt daher an eine Renaissance der Aktie und empfahl den Kauf.

Zu den MDax-Favoriten gehörten auch die Südzucker-Papiere
mit mehr als 2 Prozent Plus, nachdem die
Bioethanol-Tochter Cropenergies ihre Jahresprognosen
leicht angehoben hatte. Hochtief dagegen waren mit minus 1,41
Prozent das Schlusslicht. Belastend wirkte sich hier eine
Kreise-Meldung aus, wonach der spanische Mutterkonzern ACS
einen Aktienverkauf mit Milliardenvolumen erwäge.

Für den europäischen Leitindex EuroStoxx 50 ging
es ähnlich wie beim Dax um 0,24 Prozent aufwärts. Der französische
CAC 40 und der britische FTSE 100 gingen hingegen mit einem hauchdünnen Minus aus dem Handel. Der
spanische Ibex dagegen reagierte klar positiv auf den
Nachrichtenfluss aus Katalonien und rückte um mehr als 1 Prozent
vor. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum
Handelsschluss in Europa kaum verändert.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,24 Prozent am Vortag
auf 0,26 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,03
Prozent auf 141,19 Punkte. Der Bund Future gab zuletzt knapp um 0,06
Prozent auf 161,19 Punkte nach. Der Euro reagierte
mit Kursgewinnen auf die politische Entwicklung in Katalonien.
Zuletzt wurde er mit 1,1846 US-Dollar gehandelt. Die Europäische
Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1830 (Dienstag:
1,1797) US-Dollar festgesetzt./tih/he

— Von Timo Hausdorf, dpa-AFX —

ISIN DE0008469008 DE0007203275 DE0008467416

AXC0241 2017-10-11/18:13

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