«Schwangere» Stubenfliegenmännchen zeigen Evolution der Geschlechtsbestimmung

Zürich – Ein internationales Team unter der Leitung von Forschenden der Universität Zürich hat das Gen entdeckt, das bei Stubenfliegen das männliche Geschlecht bestimmt. Überraschenderweise funktioniert die Festlegung des Geschlechts nicht bei allen Stubenfliegen gleich – sie hängt davon ab, wo die Insekten leben. Dieses Wissen hilft nicht nur, die Evolution der Geschlechtsbestimmung besser zu verstehen, sondern lässt sich auch nutzen, um Landwirtschaftsschädlinge oder Krankheitsüberträger zu bekämpfen.

Das Geschlecht ist eines der wesentlichsten Merkmale eines Individuums – bei Menschen wie auch bei den meisten Tieren und Pflanzen. Alle sich sexuell fortpflanzende Organismen sind normalerweise eindeutig männlich oder weiblich, doch die dafür zuständige genetische Steuerung variiert stark von Art zu Art. Beim Menschen haben Frauen in den Zellkernen zwei X-Chromosomen, Männer ein X- und ein Y-Chromosom. Das Y-Chromosom trägt das Gen SRY, welches das männliche Geschlecht bestimmt. Entstanden ist dieses Gen vor etwa 150 Millionen Jahren während der Evolution der Säugetiere.

Geschlechtsbestimmung hängt vom Lebensort der Stubenfliegen ab
Bei Insekten gibt es viele verschiedene geschlechtsbestimmende Mechanismen. Insbesondere Fliegen eignen sich gut, um die evolutionsbiologische Entwicklung dieser Vielfalt zu untersuchen. Sehr ungewöhnlich in dieser Hinsicht ist die weit verbreitete Stubenfliege (Musca domestica): Je nach dem, wo sie lebt, bedient sie sich unterschiedlicher Methoden zur Festlegung des Geschlechts. In nördlichen Breitengraden besitzen Weibchen zwei X-Chromosomen, Männchen ein X- und ein Y-Chromosom. Auch hier trägt das Y-Chromosom ein Gen, das die Männlichkeit bestimmt. In südlichen Breitengraden hingegen haben die Stubenfliegen kein Y-Chromosom. Das Gen, das die Männlichkeit festlegt, liegt auf …

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