Sicherheit und Vorschriften: Steuerungsanlage im Außenbereich

Es geht in diesem Beitrag um die Steuerung mehrerer Pumpenanlagen für Abwasser im freien Gelände (Baugebiet), die uns ein »de«-Leser beschrieb. Ein jeweils dafür vorgesehener Freiluftschrank  nimmt dazu zusätzlich noch einen Hausanschlusskasten, ein Zählerfeld, eine Potentialausgleichsschiene sowie eine Steuerung auf. Bei der Niederspannungseinspeisung handelt es sich i.?d.?R. um ein TN-System. Die Pumpenanlage besteht aus einem Betonschacht mit ca. 2?m Durchmesser (Einzelringe aus Beton), in dem  sich zwei Abwasserpumpen befinden, welche ihrerseits über Rohrleitungen an das Abwassersystem angeschlossen sind.  Diese Schächte sind oft im Bereich von Straßen angeordnet (Bilder 1 und 2). Auf den Fotos der Freiluftschränke sieht man jeweils links den für den VNB vorgesehen Teil mit einem Hausanschlusskasten (HAK), Hauptsicherung und Zählerfeld. Rechts befinden sich die Pumpensteuerung sowie CEE-Steckvorrichtungen.

Entsprechend den Vorschriften des VNBs soll die Freiluftsäule auch vor Ort angeblich einen Erder erhalten. In der Praxis stellt sich dann sofort die Frage, wie dies genau erfolgen soll. Grundsätzlich wären ja sowohl Oberflächen- als auch Tiefenerder möglich. Natürlich stellt sich nun auch die Frage nach dem Erderwiderstand. Die Norm DIN VDE 0100-600 liefert z.?B. den Hinweis, dass die Einhaltung der Anforderung für den Widerstand des Betriebserders RB dem Netzbetreiber obliegt. Der Errichter der hier beschriebenen Steuerungsanlage fragt sich also, ob er den Erdungswiderstand überhaupt messen muss.

Bei den Überlegungen zur Planung kam auch der Gedanke des Errichters auf, den Abwasserschacht als ein neues Gebäude anzusehen, woraus sich dann auch die Notwendigkeit eines Fundamenterders gemäß DIN 18014 ergeben würde. Schließlich seien im Schacht ja Rohrleitungen, Edelstahlleitern, Zwischenpodeste aus Edelstahl usw. untergebracht, die in den Potentialausgleich einzubinden seien. Hinzu käme das Problem, dass dieser Bereich als Ex-Zone eingestuft ist, weshalb die Pumpen auch in Ex-Ausführung gewählt wurden. Alle steuerungsrelevanten Elemente – z.?B. Sonden und Niveaumessung – sind im vorliegenden Fall über Ex-Trennbarrieren angeschlossen. Die oben erwähnte Potentialausgleichsschiene befindet sich im Freiluftschrank und ist direkt mit dem PEN-Leiter im HAK verbunden. Außerdem existiert jeweils eine Verbindung zum Potentialausgleich des Schachtes sowie zu den Überspannungsschutzelementen.

Bei der Inbetriebnahme einer Pumpenanlage weigerte sich der VNB, die Anlage anzuschließen, mit der Begründung, dass noch kein Banderder vorhanden sei. Dies wurde auf die Schnelle mit ca. 20?m V4A-Stahlband erledigt. Die berechtigte Frage blieb aber am Ende im Raum bestehen, ob der Netzbetreiber – wenn er denn schon auf einen Erder besteht -, auch einen Staberder bzw. eine andere Variante gemäß den Abschnitten 542.2 und 542.2.3 von DIN VDE 0100-540:2012-06  akzeptieren müsse. Abschließend wäre dann noch zu klären, ob in dieser Anlage Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) zum Einsatz kommen müssen und was bei der Isolationsmessung zu beachten ist.

Zählerplatz für Pumpenanlage

Eine vollständige Klärung kann letztlich immer nur vor Ort getroffen werden, das gilt auch für diesen Fall. Ich werde aber, soweit das aus der Ferne möglich ist, versuchen einige der aufgeworfenen Fragen zu beantworten.

Fassen wir vorher noch einmal zusammen: Es handelt sich bei diesem Beispiel um die Versorgung …

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