Sparkassen: Ausstieg aus lockerer Geldpolitik vorbereiten

WASHINGTON (dpa-AFX) – Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon hat
angesichts des Konjunkturaufschwungs in der Euro-Zone ein Ende der
extrem lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB)
gefordert. Es sei „unverständlich, dass die europäische Geldpolitik
bisher nicht aus dem Krisenmodus herausgefunden hat“, kritisierte
Fahrenschon am Freitag in Washington am Rande der Jahrestagung von
Internationalem Währungsfonds und Weltbank laut Redemanuskript.

„Die aktuelle Konjunkturlage steht einer Rückführung der
Anleihekäufe durch die EZB nicht entgegen“, sagte der Präsident des
Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) weiter: „Wann, wenn
nicht jetzt sollte der Ausstieg aus den „ungewöhnlichen Maßnahmen“
überhaupt noch gelingen?“

Fahrenschon zufolge ist es an der Zeit, den Ausstieg
vorzubereiten. Denn die Nachteile überwiegen nach seinen Worten
inzwischen klar den Nutzen. Schon heute führten Niedrigstzinsen zu
einer Umverteilung von unten nach oben, weil nicht alle Menschen die
Chancen der Kapitalmärkte in gleicher Weise nutzen können.

Mit Blick auf die Verhandlungen über neue internationale
Standards zur Eigenkapitalunterlegung von Banken forderte
Fahrenschon, die angestrebten Regeln „müssen diesseits und jenseits
des Atlantiks gleichzeitig und verbindlich umgesetzt werden“. Wenn
die USA die Gesamtheit der sogenannten Baseler Regeln „nicht
punktgenau umsetzen, kann dies auch in Europa nicht erfolgen“. Es
dürfe nicht sein, dass die USA weltweite Standards setzten, sich
dann selbst aber nicht daran halten./sl/DP/he

AXC0226 2017-10-13/20:37

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