Studie: München ist die deutsche Carsharing-Hauptstadt

München ist einer Studie zufolge die deutsche Carsharing-Hauptstadt. In der Untersuchung der Unternehmensberatung PwC, die der „Welt am Sonntag“ vorliegt, haben die Berater untersucht, wie verbreitet Angebote wie Carsharing und Leihfahrräder in den 25 größten deutschen Städten sind, wie einfach und flexibel die Angebote genutzt werden können und wie stark die Anbieter von den Kommunen unterstützt werden, etwa durch kostenlose Stellplätze.

Auf dem ersten Platz des Vergleichs landet die bayerische Landeshauptstadt, gefolgt von Stuttgart, Hamburg, Köln und Berlin. Die fünf Metropolen zeichnet aus, dass es dort neben traditionellen stationären Carsharing-Betreibern auch Anbieter gibt, deren Kunden überall im Stadtgebiet Autos mieten und auch wieder abstellen können. München setzt sich durch eine hohe Dichte von Leihfahrzeugen ab, außerdem gibt es in der Stadt mit Uber und Clevershuttle zwei Anbieter, die Alternativen zum Taxi bieten. Nur in Berlin sind ebenfalls beide Anbieter vertreten.

Stuttgart punktet in der Untersuchung mit einem großen Angebot an E-Bikes in der Leihfahrradflotte. Insgesamt bemängeln die PwC-Experten allerdings, dass die Großstädte es ihren Bürgern immer noch zu schwer machen, auf das eigene Auto zu verzichten. „Die Bürger wollen Carsharing und andere Sharing-Angebote, aber die Städte tun sich teilweise schwer, entsprechende Angebote zu unterstützen“, sagte Michael Jahn, Leiter des Kompetenzteams Smart Cities bei PwC. Im internationalen Vergleich hätten deutsche Großstädte Nachholbedarf. Am unteren Ende der Rangliste landen mit Duisburg, Gelsenkirchen, Dortmund und Essen vor allem Städte aus dem Ruhrgebiet.

An diesen Orten ist das Angebot von Leihwagen, gemessen an der Bevölkerung, sehr dürftig. Flexible Angebote, bei denen die Carsharing-Wagen überall im Stadtgebiet abgestellt und wieder angemietet werden können, gibt es dort gar nicht. Münster landet bei dem Vergleich auf dem letzten Platz, weil die Stadt als einzige der untersuchten Großstädte kein System für Leihfahrräder hat. Die Uni-Stadt ist dabei aber Opfer des eigenen Erfolgs: Weil statistisch jeder Einwohner beinahe zwei Fahrräder besitzt, gibt es für Leihfahrradsysteme einfach kein Geschäftsmodell.

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