US-Handelsminister nährt Hoffnung auf Neustart von TTIP

Von Christian Grimm

WASHINGTON (Dow Jones)–Die US-Regierung steht einem Neubeginn der Verhandlungen über das umstrittene transatlantische Freihandelsabkommen TTIP offen gegenüber. „Es gibt einen Grund, warum wir uns von TPP (pazifisches Abkommen) und nicht von TTIP zurückgezogen haben“, sagte Handelsminister Wilbur Ross nach einem Treffen mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) am Mittwochnachmittag (Ortszeit) in Washington.

Zypries‘ Staatssekretär Matthias Machnig (SPD) bestätigte das Interesse der Amerikaner. „Darüber ist gesprochen worden“, sagte Machnig im Anschluss an das Gespräch mit Ross. Die Amerikaner wollten aber erst die Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta mit Mexiko und Kanada vornehmen, so Machnig, was in der Prioritätenliste weiter oben stehe. Der Staatssekretär verwies aber darauf, dass die Europäische Union für eine Wiederaufnahme der TTIP-Gespräche zuständig sei.

Als eine der ersten Amtshandlungen hatte US-Präsident Donald Trump den Ausstieg der USA aus dem fast fertig verhandelten Abkommen TPP mit asiatischen Ländern verkündet. Eigentlich galten auch die Verhandlungen über TTIP zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten als de facto erledigt. Vor allem deshalb, weil Trump im Wahlkampf die Freihandelsverträge schwer kritisiert hatte.

Ihm und seiner Regierungsmannschaft ist das hohe Handelsdefizit der Vereinigten Staaten ein Dorn im Auge. Sie fühlen ihr Land durch Exportländer wie China, Deutschland oder Japan auf die wirtschaftliche Verliererstraße geschickt. Deshalb wollen sie die Freihandelsabkommen neu verhandeln und hoffen so, der eigenen Industrie wieder zu einer Blüte zu verhelfen. Trump versprach seinen Wählern neue Jobs in den traditionellen Sektoren wie Stahl, Kohl und Autobau.

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May 24, 2017 18:22 ET (22:22 GMT)

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