Vulkan auf Bali lässt Asche regnen – Zahlreiche Flugausfälle

JAKARTA (dpa-AFX) – Der seit Wochen rumorende Vulkan Mount Agung
auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali hat nach einer erneuten
Eruption Asche regnen lassen. Die Rauchsäule stieg am Sonntag vier
Kilometer in den Himmel, wie Behörden mitteilten. Auf Fotos war zu
sehen, wie Asche und Rauch den Einwohnern in umliegenden Dörfern zu
schaffen machten. Die Alarmstufe für den Vulkan – in der
Landessprache Gunung Agung – liege unverändert auf dem zweithöchsten
Niveau, sagte Sutopo Nugroho von der nationalen
Katastrophenschutzbehörde.

Das Vulkanologische Institut des Inselstaates gab am Sonntag für
die Luftfahrt die höchste Alarmstufe „Rot“ aus – gültig für
unmittelbar von der Vulkanasche betroffene Gebiete. Einige
Fluggesellschaften strichen bereits nach einer ersten Eruption am
Samstag Flüge, vor allem nach Australien. Denn Vulkanasche kann
unter anderem die Triebwerke der Flugzeuge beschädigen. Die
britische „Daily Mail“ berichtete in ihrer Online-Ausgabe von
Tausenden gestrandeten Passagieren, die auf dem Flughafen
übernachtet hätten.

Die Aschewolke zog am Sonntag weiter nach Südosten in Richtung
der ebenfalls zu Indonesien gehörenden Insel Lombok. Dort schlossen
die Behörden den Flughafen, nachdem Ascheregen in der Stadt Mataram
niedergegangen war. Der internationale Flughafen Ngurah Rai in der
Inselhauptstadt Denpasar blieb für Starts und Landungen nach
Behördenangaben weiter geöffnet.

Mittlerweile sei auch Magma – geschmolzener Felsen – an der
Oberfläche des Vulkans entdeckt worden, zitierte der britische
Sender BBC Behördenvertreter und Vulkanologen. Seit Samstagabend
habe sich die Art der Eruption verändert und bringe nun mehr Magma
hervor, twitterte Sutopo. In Gebieten, in denen Ascheregen
niedergehen könnte, verteilten die Behörden laut BBC Atemmasken.

Mitte September hatten alle Anzeichen auf einen unmittelbar
bevorstehenden Ausbruch des rund 3000 Meter hohen Vulkan
hingedeutet, daraufhin riefen die Behörden am 22. September die
höchste Warnstufe aus. Über 130 000 Menschen flohen damals aus ihren
Dörfern im näheren Umkreis des Vulkans und suchten Unterschlupf in
Notunterkünften. Doch die Aktivität des Mount Agung ließ
anschließend nach, Ende Oktober hoben die Behörden die höchste
Alarmstufe wieder auf. Fast 25 000 Menschen halten sich aber derzeit
noch in Notunterkünften auf.

Mount Agung war zuletzt in den Jahren 1963 und 1964 ausgebrochen,
etwa 1200 Menschen kamen damals ums Leben./apa/DP/he

AXC0028 2017-11-26/14:48

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