Warum wir zu viele Einfamilienhäuser haben: Wohnraum ist knapp, der Neubau zu gering, heißt es seit …

Wohnraum ist knapp, der Neubau zu gering, heißt es seit Jahren. Ein Studie zeigt: Auf dem Land gibt es zu viel Bautätigkeit, vor allem bei Einfamilienhäusern. Wie wir am Bedarf vorbeibauen und wie sich das ändern ließe.

Gerade hat das Statistische Bundesamt bestätigt: In Deutschland wird zu wenig gebaut, um den hohen Bedarf an Wohnraum zu decken. Die Baugenehmigungen für Neubauwohnungen sanken von Januar bis April um neun Prozent auf insgesamt 106.500, teilte die Behörde am Montag mit.

Auch der Zuzug von Flüchtlingen und Wanderungsbewegungen in die Ballungsräume treiben die Nachfrage nach Wohnungen nach oben. Bislang erwarten Experten in diesem Jahr 310.000 bis 320.000 neue Wohnungen. Der von der Bundesregierung geschätzte jährliche Bedarf von 350.000 Wohnungen würde damit aber erneut verfehlt.

Bei diesen Zahlen könnte der Eindruck entstehen, in Deutschland müsse viel mehr gebaut werden. Diese Diagnose stimmt aber nur für Teile Deutschlands, insbesondere in begehrten Großstadtlagen. Auf dem Land wird hingegen eher zu viel gebaut. Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln, kurz IW, hat in einer Studie ermittelt, dass der Wohnungsneubau zwischen 2011 und 2015 den Bedarf dort um 74 Prozent überstieg.

„Wir haben eine gespaltene Republik“, kommentiert Ralph Henger, einer der Studienautoren beim IW. „Die innerörtlichen Lagen im ländlichen Raum veröden, zugleich weisen sie zu viele neue Baugebiete aus. In den Großstädten mit wenig bebaubarer Fläche steigt hingegen der Bedarf vor allem an kleinen Wohneinheiten immer weiter.“

Großstädte hinken Bedarf weit hinterher

Das IW hat für seine Studie den Wohnraumbedarf aus demografischen Daten berechnet, die auch Rückschlüsse auf die gefragten Wohnungsgrößen und Lagen zulassen. Zudem geben Daten des Statistischen Bundesamtes Auskunft darüber, wie groß der Leerstand in den Kreisen ist und welche Wohnungsgrößen besonders betroffen sind.

Den Grund für diese Überschüsse sieht das IW in einer Bautätigkeit, die am eigentlichen Bedarf vorbeigeht. Es entstehen zum Beispiel mehr als doppelt so viele Ein-Zimmer-Wohnungen wie benötigt und mehr als das Vierfache an Wohnungen und Häusern …

Den vollständigen Artikel lesen …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.