Was wäre, wenn Trump geht?: Donald Trump könnte über die Russland-Affäre stürzen. Für eine Welt ohne …

Donald Trump könnte über die Russland-Affäre stürzen. Für eine Welt ohne ihn gibt es noch keinen Plan: drei Szenarien – und ein überraschendes Fazit.

Rastlos ist er mal wieder und allgegenwärtig, dieser Donald Trump. In Saudi-Arabien lässt er sich zum Säbeltanz mit dem König bitten, die Netanjahus besucht er im israelischen Jerusalem zu Hause, beim Papst in Rom schaut er vorbei, bei EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sowieso – und dann will der US-Präsident im Kreis der G7-Mächtigen auch noch mal eben die Weltordnung neu verhandeln. Man könnte meinen, ein Herrscher auf der absoluten Höhe seiner Macht reise durch die Welt, zu den Brennpunkten der Gegenwart und im vermittelnden Gespräch mit drei Weltreligionen: acht Tage, ein Triumphzug.

Doch Trumps erste Auslandsreise überhaupt als US-Präsident könnte auch schon seine Abschiedstournee sein. Am Dienstag, einen Tag nach seiner Rückkehr in die USA, wird der von Trump gefeuerte FBI-Chef James Comey vor dem Kongress aussagen und den Präsidenten wahrscheinlich belasten: Die Russland-Affäre lässt sich nicht mit ein paar Tweets erledigen. Trumps dubiosem Exsicherheitsberater Michael Flynn droht eine Gefängnisstrafe, weil er Dokumente über angebliche Russland-Kontakte der Trump-Wahlkämpfer nicht herausrücken will. Und beinahe täglich tauchen neue Mitschriften auf, in denen davon die Rede ist, wen Trump – möglicherweise illegal – anzuweisen versuchte, die Russland-Ermittlungen einzustellen.

Es ist zu früh, Trump abzuschreiben. Aber es ist nicht zu früh, darüber nachzudenken, wie eine Welt ohne ihn an der Spitze der USA aussehen könnte – eine Welt, in der sein fundamentalreligiöser und erzkonservativer Vize Mike Pence an Amerikas Spitze rücken würde. Denn auch Pence ist ein Mann, den viele liberale Europäer fürchten dürften, weil er gegen Schwule wettert, den Klimawandel für eine Erfindung hält und Armen die Staatsfürsorge streichen will. Könnte ein Mann wie Pence das zerrissene Land einen, es auf allgemein geteilte Werte verpflichten, ihm ein neues, gesundes Selbstbewusstsein verschaffen, so wie es einst Gerald Ford nach dem Watergate-Skandal und dem Rücktritt von Richard Nixon gelang? Gedankenspiele mit einer Welt ohne President Trump:

Szenario 1: Alles wird (noch) schlimmer

Trump liebt es, sich als Opfer darzustellen, und nach seiner Absetzung hat er den ganzen Tag Zeit, sich twitternd selbst zu viktimisieren. Er prangert eine „Hexenjagd“ an, eine Konspiration der Eliten, die ihn von Anfang an nicht gemocht, bekämpft und trotz seines demokratischen Mandats aus dem Weißen Haus befördert haben. Ihnen allen erklärt er nun den „Krieg“. Seine Anhänger ziehen zu Zehntausenden gegen das verhasste Establishment in die Hauptstadt: Occupy Washington. Kurz: Die Wutbürger, deren Zorn Trump bereits als Kandidat ausgebeutet hat, radikalisieren sich. Die neue, breite Rechte, die im Namen des Patriotismus eine chauvinistisch gefärbte Rückbesinnung der USA auf sich selbst fordert und Globalisierung, Freihandel und „internationale Zusammenarbeit“ grundsätzlich ablehnt, erstarkt.

Zwar wird Präsident Pence sanfte Korrekturen am Trump’schen Konfrontationskurs vornehmen. Die geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko darf ein Zaun bleiben. Der Einreisestopp für Muslime wird eingemottet. Auch stempelt Pence nicht mehr jeden Handelsvertrag als „bad deal“ für die Arbeitnehmer in den USA ab.

Aber kann Pence Trump-Fans und Trump-Feinde zusammenführen? Aus Sicht der Demokraten ist der ehemalige Gouverneur von Indiana ein Reaktionär. Er lehnt nicht nur die Homoehe ab und macht gegen Abtreibungen mobil, sondern will auch Waffennarren eine freie Schussbahn gewähren und das ohnehin schon gewaltige …

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