WDH/ROUNDUP: Berlin rechnet mit schwierigem G7-Gipfel – Vier neue Chefs

(Am Beginn 2. Absatz ‚bisherige‘ gestrichen)

BERLIN (dpa-AFX) – Deutschland stellt sich angesichts der vielen
neuen Staats- und Regierungschefs im Kreis des bevorstehenden
G7-Gipfels auf eine extrem schwierige Verhandlungssituation ein. Vor
allem der Bruch von US-Präsident Donald Trump mit der Handels- sowie
Klimapolitik seines Vorgängers Barack Obama sei für die nötige
Einigkeit bei der Erarbeitung des Abschlussdokuments extrem
schwierig, verlautete am Mittwoch in Diplomatenkreisen in Berlin.

Es wäre schon ein Erfolg, wenn Beschlüsse der Gruppe der Staats-
und Regierungschefs der sieben großen Industriestaaten bei der
Sitzung am Freitag und Samstag in Taormina auf Sizilien nicht hinter
bisherigen Vereinbarungen zurückfielen, hieß es. Beim Handel geht es
vor allem um den Freihandel in der Welt. In der Klimapolitik hat
sich Trump vom Pariser Klimaabkommen distanziert. Ein weiteres
strittiges Thema sei die Migrationspolitik, hieß es. Italien ist von
der Flüchtlingskrise besonders betroffen und will das Augenmerk
darauf richten.

Deutsche Diplomaten versprechen sich von dem Gipfel auch
Informationen über die künftige Strategie im Syrien-Krieg. Die Reise
von Trump nach Saudi-Arabien und seine Kontakte zu Katar, Ägypten
und den Vereinigten Arabischen Emiraten spielten eine wichtige
Rolle. Auch Russland, das wegen der Ukraine-Krise aus dem G8-Kreis
ausgeschlossen wurde, werde Thema sein. Eine Rückkehr zu G8 mit
Moskau ist nicht absehbar, weil die Voraussetzung dafür die Rückgabe
der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim ist.

Neu in der G7-Runde sind neben Trump der Gipfel-Ausrichter,
Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni, der französische
Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin
Theresa May. Am längsten dabei sind die seit 2005 regierende
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Japans Ministerpräsident Shinzo
Abe. Kanadas Premierminister Justin Trudeau ist seit 2015 im Amt.

Mit am schwierigsten erscheine derzeit die dritte von sechs
Arbeitssitzungen am späten Freitagnachmittag, verlautete aus dem
Kanzleramt. Dann solle über die Weltwirtschaft, nachhaltiges
Wachstum (Fiskalpolitik, Geldpolitik, Strukturreformen), Handel
(Freihandel, Anti-Dumping-Verfahren) gesprochen werden. Diese
Sitzung könne bis tief in die Nacht dauern. Das Abschlussdokument
müsse aber am nächsten Morgen fertig sein.

Beim Klimaschutz gebe es keine Hoffnung, dass die USA Fakten zum
Pariser Abkommen schaffen wollten. Aber bereits in sechs Wochen
finde der G20-Gipfel der Industrie- und Schwellenländer in
Deutschland statt. Da komme das Thema wieder auf den Tisch. Auch
deshalb sei der G7-Gipfel wichtig. Er werde Klarheit schaffen,
inwiefern sich die neuen Staats- und Regierungschefs an die
Positionen ihrer Vorgänger halten. Der Austausch sei das
Entscheidende. In diesem Jahr sei er vielleicht wichtiger als in
vorherigen Jahren, sagte ein Diplomat. Und er biete Gelegenheit, die
Gemeinsamkeiten herauszustellen – etwa in der Entwicklungs-, der
Gesundheits- und der Frauenpolitik.

## Berichtigung – Am Beginn des zweiten Absatzes wurde „bisherige“ gestrichen: Es

wäre schon ein Erfolg, wenn Beschlüsse …

* * * * Die folgenden Informationen sind nicht zur
Veröffentlichung bestimmt/du/DP/she

AXC0283 2017-05-24/18:35

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