Wehrbeauftragter will Diskussion um neuen Traditionserlass

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels hat eine breite Diskussion in der Bundeswehr über den Umgang mit der Vergangenheit angemahnt. Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte Bartels, wenn er am Entwurf für einen Traditionserlass etwas vermisse, dann das Stichwort Europa, „auch die Frauen und die Soldaten mit Migrationshintergrund kommen im Erlass nicht vor“.

Bartels forderte, „noch klarer zu begründen, warum die Wehrmacht nicht traditionsstiftend sein kann“. Er kritisierte am Entwurf von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), es sei „ein bisschen unglücklich“, dass die NVA der DDR und die Wehrmacht nebeneinander gestellt würden, „das passt historisch nicht.“ Es gebe keine Eile. Der Entwurf solle nicht nur in der Truppe diskutiert werden.

Auch der Verteidigungsausschuss im Bundestag solle einbezogen werden, forderte Bartels. Er rechne allerdings nicht damit, dass es große Kontroversen geben werde. Im Prinzip sei der Entwurf eine „gute Sache“. Von der Leyen hatte vor einer Woche einen neunseitigen Entwurf für einen Traditionserlass zur Diskussion in der Bundeswehr freigegeben.

Der bisher geltende Erlass stammt aus dem Jahr 1982.

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