Weser-Kurier: Hendrik Werner über den Karlspreis

Bremen (ots) – Enge Bindung – trotz Brexits. In diesem frommen Wunsch stimmten am Donnerstag in Aachen ein deutscher Staatsmann und ein britischer Historiker beredt überein. Bei der Verleihung des Internationalen Karlspreises an den Deutschland-Kenner und EU-Freund Timothy Garton Ash beteuerte sein Laudator, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die nachbarschaftlichen Verflechtungen beider Staaten blieben bestehen. Es hatte etwas Beschwörendes und Anrührendes, wie beide Redner einer politischen Idee das Wort redeten, der das Fundament wegzubrechen droht. Vor allem aber war es tröstlich, einem „englischen Europäer“ (Ash über Ash) zu lauschen, der seit jeher mehr das Einigende als das Trennende betont. Ash, dieser couragierte Grenzgänger zwischen Akademie und Journalismus, nannte oft den Romancier Thomas Mann als Grund seines Deutschland-Faibles. Mann hatte früh erkannt, dass der europäische Gedanke zumal in Krisenzeiten die Möglichkeit bietet, nationalstaatliche Partikularinteressen zu überkommen. Timothy Garton Ash stiftet mithin notwendige Hoffnung: Die einstweilen gescheiterte Beziehung der Briten zur EU wird sich neu gestalten lassen.

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