Weser-Kurier: Kommentar von Sabine Doll über Cannabis auf Rezept

Bremen (ots) – Dass Cannabis vielen schwerkranken Patienten helfen kann, das ist eine berechtigte Hoffnung. Allerdings ist bislang nicht klar, welche Patienten mit welchen Erkrankungen tatsächlich in welchem Maß profitieren können. Immerhin muss auch beim Cannabis auf Rezept, so wie bei anderen Arzneimitteln, zwischen Wirksamkeit und Nebenwirkungen abgewogen werden. Insofern hat der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung sicherlich recht, darauf hinzuweisen, dass der wissenschaftliche Nachweis zur Wirksamkeit noch nicht erbracht ist. Solche Studien sind dringend notwendig. Auch zum Schutz der Patienten. Deshalb ist es richtig, dass mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes die Bundesopiumstelle mit einer solchen Studie beauftragt wurde.

Der Spitzenverband der GKV hat natürlich noch ein anderes Interesse, es geht auch ums Geld. Wegen der mauen Studienlage kann derzeit nämlich theoretisch jede Krankheit mit den Wirkstoffen der Hanfpflanze behandelt werden, weil es keine verbindliche Indikationsliste gibt. Patienten müssen sich aber derzeit keine Sorgen machen, denn die Krankenkassen müssen eine Ablehnung sehr gut begründen können.

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